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NSAgent Maaßen

Ich habe mich ja immer noch nicht abgeregt über das arrogante Gehabe des Verfaschungsschutzpräsidenden und mutmaßlichen NSA-Agenten im Schnüffelausschuss neulich. Da trifft es sich doch ganz passend, dass der Herr Schützer der Verfaschung und der Herr Lügere bei der Vorstellung eines Berichts des Bundesamtes zum Schutz der Verfaschung in der Bundespressekonferenz auftraten, und befragt werden durften. Die Gelegenheit hat Thilo Jung gleich genutzt, und erst Maaßen zu seinem Geblubber befragt, und im Anschlüss den realitätsfernen Herrn Lügere befragt, ob er neben einem ausländischen Spion säße. Die Antworten sind weniger klar, als ich erwartet hätte ("Das mit dem Snowden hab ich mir aus dem Arsch gezogen" und "natürlich ist das Maaßloch kein ausländischer Spion"), sondern schwafelschwülstiger und direkt an den gestellten Fragen vorbei. Da wundere ich mich doch, ob Maaßen und Maiziere Fragen nach noch einfacheren Fakten auch so schwafelig beantworten. "Wie spät ist es?" - "Auf diese Frage kann ich ihnen sagen, dass ein tag üblicherweise in 24 Stunden zu je sechzig Minuten zu je sechzig Sekundne eingeteilt wird. Die aktuelle Uhrzeit befindet sich irgendwo in dem Bereich." Äh, ja, danke.

Türkulliung

Erinnert ihr euch noch, als das türkische Militär ein russisches Flugzeug abgeschossen hat, weil das im türkischen Luftraum geflogen wäre? Und wie damals der Erdogan sich aufgeblasen hat? Und wie einseitig in den Medien berichtet wurde, obwohl die Faktenlage reichlich dünn war (komisch, wie oft so etwas passiert)? Nun, da gibt es ein neues Ereignis. Ein gewisser Reccep Erdogan hat sich entschuldigt (formal sollte er besser um Entschuldigung gebeten haben, als sich selbst als schuldfrei zu deklarieren, aber ich will mal nicht so kleinlich sein).Die Meldung ist insofern spannend, als sie zwischen russischen Medien (bei mir: RT) und deutschen Medien durchaus eine Weile unterwegs war, und komischerweise in den deutschen Medien nicht als Opener oder gar Eilmeldung verbreitet wurde. Und das, wo gerade jede öffentlich wahrnehmbare Ausscheidung eines Rasensportlers der Mannschaft des deutschen National Eilmeldungne aller Medienoutlets verursacht.

Aber es ist in der Tat gerade eine gute Zeit, um meldungen zu vergraben, die in ruhigeren Zeiten mehrere Tage Debatte verursacht hätten. Wie zum Beispiel die Meldung, dass Merkel offensichtlich findet, dass "Ausspähen unter Freunden" jetzt doch offiziell in Ordnung wäre, oder das lächerliche Behindertengängelungsgesetz, was in der selben Sitzung des Kabinett gegen den öffentlichen Protest von Betroffenen des Gesetzes ins Parlament geschmissen wurde, oder die Meldung, dass der Mindestlohn (der mit den Umgehungslöchern, die so groß sind, dass man da ganze large Hadronen Kollidierer durchfahren kann) um die gigantische Summe von 24 Cent pro Stunde erhöht werden soll. Also zum nächsten Jahreswechsel. Um wie viel ist noch gleich die Abgeordnetendiät gestiegen, dank dem verfassungswidrigen Gesetz? Für weitere unter dem Nachrichtenschlamm versunkene Meldungen verweise ich mal auf diese Liste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit behauptet.

Bremxit

...und dann geht es auch heute nochmalum das britische nicht bindende Referendum. Konkret werfe ich mal ein paar Blicke auf die ersten Nachwirkungen die daraus schon erwachsen sind: Noch Freitag früh hat ja der britische Premier Cameron angekündigt, zukünftiger Ex-Premier sein zu wollen. aber nicht sofort, sondern erst irgendwann später. Oktober wäre da passend. Warum auch immer ein direkt gescheiterter Premierminister noch mehrere Monate am Premier-Sessel kleben will. Dann gab es eine Reaktion der börsen, die bei den ersten gerüchteten Ergebnissen (Remain hätte da 52% bekommen sollen) gestiegen waren, sind nach dem Ergebnis recht energisch gefallen. Nun haben Börsen bekanntlich nur am Rande irgend etwas mit Realität zu tun, insofern sollte man auch die Geldbeträge nicht zu ernst nehmen, die damit an Börsenwert evaporiert sind. Wäre das echtes Geld gewesen hätte man damit mehrere Jahre die Beiträge der Briten zur EU-Finanzierung begleichen können. Sind es nicht, kann man nicht. Spannender ist, dass die börsianische Angst ja nicht völlig ungerechtfertigt ist, wenn denn das unabhängige Britannien als wirklich fremde Nation behandelt würde, inklusive Zöllen und Co, was gemäß dem Gelaber des Herrn Schwäbische-Hausfrau ja hieße, dass sämtliche mit der EU verbundenen Vergünstigungen nach dem Austritt beendet werden müssten. Oder geht es am Ende doch wieder um eine "priviligierte Partnerschaft"? Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich nicht erinnern kann, dass seit Snowden auch nur ein einziges Mal der Herr Cameron zur britischen Schnüffelei befragt worden wäre. Dabei ging doch "ausspähen unter Freunden" gar nicht?

Aber zurück zum Brileave: Formal ist das Referendum ja gerade nicht bindend, so dass das britische Parlament erst einen entsprechenden Beschluss fassen müsste, und der Regierung aufgeben, dass diese einen Austritt aus der EU gemäß Artikel 50 der EU-Verfassung (nennen Sie das nicht Verfassung!) äh, dem Vertrag von Lissabon erklären könnte. Dann liefe auch die Frist von zwei jahren in denen die Modalitäten im Detail sowie im Anschluss geltende Abkommen zwischen EU und Britannien ausgearbeitet werden müssten. Nun hat lustigerweise der noch amtierende Ministerpräsident des nur noch naentlich großen Britannien so gar keine erkennbaren Ambitionen, so einen Austritt zu erklären. Plausibel erscheinende Erklärung: Allen Beteiligten ist klar, dass ein Austritt aus der EU einen wirtschaftlichen Absturz bedeuten würde. Und kein Politiker möchte in seinem Eintrag in der Geschichte damit in Zusammenhang gebracht werden, eben diesen Absturz eingeleitet zu haben. Und auch dem Volk scheint der Austritt plötzlich nicht mehr so wichtig zu sein, wie das Gebrüll der Politiker vorher glauben machte. Ergo: Cameron will wohl den Artikel 50 nicht erklären, sein möglicher Nachfolger Boris Johnson (der äußerlich gewisse Ähnlichkeiten zur sprechenden Teppichfliese aus USA aufweist) hat auch keine Eile mit dieser Erklärung. Die EU-Kommission lässt allerdings vermelden, dass sie in näherer Zukunft mit einem Antrag nach Artikel 50 rechnet, für Verhandlungen der EU-Mitglieder braucht sich die britische Regierung wohl auch nicht mehr bemühen. Das führt zumindest kurzfristig zur eigenwilligen Situation, dass es 27 EU-Mitgliedsländer und ein Nicht-Wirklich-Mitglied gibt. Mal sehen, wie das weitergeht, und wer als erstes zuckt.

Brexiit

Die britische Regierung unter Cameron hat schon eine Weile lautstark darüber nachgedacht, ob sie das Land Großbritannien nicht aus der EU wieder entfernen wolle. Dazu war am 23. 6. der große Referendums-Termin, wo das Volk (rechtlich unverbindlich) entscheiden sollte. Das Ergebnis war nicht überragend deutlich (51,9 gegen 48,1 bei 72 Prozent Wahlbeteiligung), aber die Mehrheit liegt klar bei der Exit-Option. Nun gibt es ein paar Besonderheiten: Erstmal ist das kein beschluss des britischen Parlaments, aber es wäre schon komisch, wenn das Parlament dem Willen der Mehrheitnicht folgen würde. Dann träte der spannende Fall ein, dass eine Klausel der EU-Verträge genutzt werden muss, die bisher noch nie genutzt wurde. Anders als beim Euro (Stichwort: Grexit, das Gebrüll dazu ist gerade ein Jahr her) gibt es für die Gesamt-EU immerhin einen Weg, wie ein Land diese wieder verlassen kann. Der Weg ist allerdings nicht konkret vordefiniert, so dass unklar ist, welche Schritte EU und GB jeweils tätigen können/müssen, und wie die Zeitrahmen dazu aussehen.

Was aber mit der Entscheidung der Briten gegen die EU klar wird: Die bisherige Entwicklung, dass Nationen immer näher zusammengerückt sind, mit einem Fernziel einees EU-Staates oder etwas in der Art, ist eben keine Einbahnstraße. Für das Land Großbritannien birgt das Abstimmungsergebnis aber ohnehin noch Sprengstoff, waren doch Schotten und Nord-Iren deutlich mehrheitlich für einen Verbleib in der EU. Gerade die Schotten hatten doch vor nicht gar so langer Zeit ein Referendum, ob sie sich vom Rest der Nation lossagen wollten, die Frage dürfte sich nun wieder vermehrt stellen. Bei Nord- und Süd-Iren scheinen auch akut die Gemeinsamkeiten (Pro-EU) größer zu sein als die trennenden Vorstellungen (da gab es mal religös basierte Kampfhandlungen, mir fällt da noch das Stichwort IRA ein).

Und aus der Verschwörungstheoretischen Sicht eignen sich derart große, zeitlich planbare Ereignisse auch wunderbar, um in deren Schatten Nachricteh zu platzieren, wie das Terrorpaket, was am Freitag durch den Bundesregierungstag gesegelt ist, genau wie die Hartz-IV-Verschärfung, die lustigerweise beide von der Regierung anders betitelt werden. Seit darauf hingewiesen wurde, dass Terrorgesetze, Meldeauskunftserweiterungen und ähnliche gesellschaftlich abzulehnende Gesetze während Rasensportereignissen in unter einer Minute durch parlamentarische Nichtvertretung beschlossen wurden, achte ich auf Ereignisse, die so breit berichtet werden, dass in deren Schatten ziemlich viel eine ganze Weile unentdeckt bleiben kann. Die Autobahn-Privatisierung ist aber auch noch nicht beschlossen.

ComPod #546: Keksalarm, Teil 3

Tech, Mafia. Mit Kernoffen, Entklagung, 0x24 und mehr.

Im dritten Teil des Podcasts für diese Woche befasse ich mich mal wieder mit den Meldungen aus der Technik-Ecke. Mit dabei: 

  • Fanboi
    • AndrunMessage
    • MBPalt
    • Betas
    • WSJrücht
    • Kernoffeta
    • Kerntwort
  • DAOch
  • Reguländer
  • PhoDNA
  • Mafia
    • Entklagung
  • Am Ende

Für Musik sorgt dabei PS22-Chorus mit dem Titel 'For You'.

Länge: 43:09, 39,6 MB.

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ComPod #546: Keksalarm, Teil 2

Politik. Teil zwei von zwei. Mit Regierung, Wirtschaft und mehr.

Im zweiten Teil des Podcasts für diese Woche befasse ich mich mal wieder mit der Politik. Mit dabei: 

  • Regierung
    • BLK-shit
    • Krankiere
    • MSFzicht
    • Lügiere
    • WLANdesrat
    • Streumunlaubnis
    • Erbeinig
    • Zensohlmeier
    • Erbheul
    • Türkeigerung
    • Mehrlitär
    • Türkibot
    • Weiterlügere
  • Wirtschaft
    • AsozEU
    • Zigage
    • VWermittlngh
    • BVerfZB
    • VWentlast
    • Quartlohn

Für Musik sorgt dabei Galdson mit dem Titel 'Sellenncia'.

Länge: 40:53, 37,5 MB.

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ComPod #546: Keksalarm, Teil 1

Politik. Teil eins von zwei. Mit Terror, Schnüffel und mehr.

Im ersten Teil des Podcasts für diese Woche befasse ich mich mal wieder mit der Politik. Mit dabei: 

  • Terror
    • Belgnahmen
    • Terrlass
    • Brüssnik
    • Orlandichts
    • Keksalarm
    • VDSchätzung
    • Hessino
  • Schnüffel
    • FBIomedaten
    • BNDermächtigung
    • NSUndy
    • Terrschärfschärfung
    • BSIcht
    • Schnüffhörde

Für Musik sorgt dabei Allison Crowe mit dem Titel 'No Matter the Battle'.

Länge: 45:15, 41,5 MB.

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Vorratsbedrohung

Es gibt mal wieder Neues von der Verratsdatenspeicherung. Und zwar haben sich Provider-Verbände zu den Anforderungen der Regulierungsbehörde geäußert, wie diese Vorratsdaten eigentlich gespeichert werden sollten, und die Verbände finden den Aufwand massiv. So wirklich überrascht dürfte da eigentlich niemand sein, hatte doch die Bundesregierung und der Bundesregierungstag letztes Jahr glatt vermieden, die erwarteten Kosten bei dem Gesetzentwurf anzugeben. Wenn die Kosten überschaubar gewesen wären, hätte man das ja auch gleich dranschreiben können. Okay, offiziell will die Regier natürlich nichts davon geahnt haben, wie die Anforderungen aussehen würden, aber glaubt jemand ernsthaft, dass die BNetzA diese Anforderungen komplett aus dem Nichts erschaffen hat? Mal ganz davon abgesehen, wird das im Dezember vom Bundesallesunterschreiber unterschriebene Gesetz ja auch noch vor diversen Gerichten angefechtet. So sind Verfassungsbeschwerden eingereicht, wie auch (mindestens) ein Verfahren über Verwaltungsgerichte, bei dem die Hoffnung besteht, dass die europarechtlichen Fragen dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt werden, der ja auch eine Vorratsdatenspeicherung (konkret: die Richtlinie) kassiert hatte. 

Firmen, die zu früh mit den Investitionen für Vorratsdatenspeicher anfangen, könnten dann bei entsprechenden Urteilen feststellen, dass sie ihr Geld völlig unnötig ausgegeben haben, was die absurd hohen Kosten dann zu einem finanziellen Risiko für die Firmen werden lässt. Und das, wo niemand jemals eine positive Wirkung einer wie auch immer gearteten verdachtsfreien Speicherung aller Verbindungsdaten aufzeigen konnte. Die selben Überwachungsfans, die ständig öffentlich rumgenölt haben, wie viele Milliarden Ermittlungen (Zahl nur geringfügig überhöht wiedergegeben) wegen der fehlenden Speicherung nicht abgeschlossen werden konnten, sind nicht in der Lage, eine positive Auswirkung eienr Speicherung auch nur abzuschätzen. Aber Politik ist einfach nicht faktenbasiert. 

Anfarcung

Eine Meldung aus dem Bimbes- oder Bundesregierungstag: Da hatte der Innenausschuss das neueste Terrorgesetz zur Anhörung aufgerufen. Angehört wurden der Hamburgische Datencaspar, der NSA-Spion Maaßen (in seiner Tarnidentität als Chef des Verfaschungsschutz), der CIA-Spion Münch (als Chef des Bundeskriminalgeheimdienst getarnt), ein Prof. Dr. Roggan von einer Polizei-Fachhochschule, der FBI-Spion Romann (getarnt als Bundespolizeichef) und die Bundesbeauftragte für Daten Voßhoff. Also vielleicht mal 1,5 Personen, die begründen könnten, warum noch mehr Überwachung nicht zu mehr Sicherheit führen würde. Entsprechend fühlte sich die anwesende Opposition auch verarscht, und verließ unter Protest die 'Anhörung'. Das hat nun die Vertreter der Regierung nicht weiter gestört, und die haben mit ihrer Farce weitergemacht. Es ist nun nicht so, als wäre bei solchen Anhörungen die Regierung auf fachlich fundierte Kritik an ihrem Gesetzentwurf schon je eingegangen, insofern ist es fast egal, ob da Sachverstand oder Schaufensterpuppen säßen. Bei letzteren wäre die Verarsche nur nochmal deutlicher.

Ich gehe auch nicht davon aus, dass der Bundesregierungstag sich davon abbringen lassen wird, die Bevölkerung noch mehr zu terrorisieren, da könnte vielleicht ein urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte etwas bremsend wirken, wo kürzlich ein Verfahren gelandet ist, was sich mit einem Vorläufer zum aktuellen Terrorgesetz befasst. Aber der selbe Bundesregierungstag, der ein feuchtes Nichts auf Urteile des BVerfG gibt (aktuelles Stichwort: Erbschaftssteuer. Schon etwas älter: Diätenautomatik, Vorratsdatenspeicherung.), wird sich wohl kaum von so Kleinkram wie Menschenrechten abhalten lassen. Menschenrechte dienen der Regierung immer nur als stumpfes Schlagwerkzeug, wenn es darum geht, unkonkrete Kritik an einem missliebigen Staat zu äußern (siehe hier: China, Russland. In letzter Zeit weniger: Türkei. Im Gegensatz dazu: USA, von wo massenhaft Morde veranlasst werden, an denen Deutschland beihilft. Übrigens ist gerade erst ein über 90-jähriger zu Knast verurteilt worden, weil der bei einem KZ als Wärter tätig war, und dadurch beigeholfen hätte.). Menschenrechte einhalten beliebt die Regierung (wie auch diverse ihrer Vorgänger) nur, wenn es gerade opportun ist. Die zufällig unter den minimal zum Leben notwendigen Satz senkbaren Hartz IV-Sätze sind da nur ein prominentes Beispiel.

De Erfindere

Eine Geschichte aus der Letzten Woche: Da gab der sogenannte Innenminister ("sogenannt", weil dersogenannte Sprecher des sogenannten "AA" neulich in einer sogenannten Pressekonferenz behauptet hat, die "sogenannten Drohnenmorde" gäbe es gar nicht) ein Interview, bei dem er behauptete, dass siebzig Prozent der Krankschreibungen falsch wären, wegen derer Personen nicht abgeschoben werden könnten. Ein paar Journalisten haben dann mal beim Innenministerium nachgefragt, ob dort sowas wie Quellen für eine derart anschuldigende Zahl zu bekommen wären. Stellt sich raus: Gibt es nicht, die Zahl muss sich Herr Maiziere wohl aus dem Arsch gezogen haben. Auf Nachfrage am Freitag in der RegPK kam sein Sprecher ziemlich ins rudern, und konnte nur mutmaßen, dass Maiziere die Zahl vielleicht irgendwer genannt hätte.

Da frage ich mich doch glatt mal, ob der Herr Minister alle Aussagen, die er tätigt ähnlich herbeiführt. Nur nochmal zur Erinnerung: Noch im November 2010 würde es bekanntlich einen schlimmen Terroranschlag geben. Dann war der November vorbei, der Panik-Modus blieb aber bestehen, weil es ja keinen Grund gäbe, den zu beenden. Später stellte sich raus, dass es nie einen Grund zur Panik gab. Da hatte ein einzelner Lügner (der lustigerweise zu dem Zeitpunkt kein Ministeramt besetzte) zusammengelogen, es gäbe irgendwo Anschlagspläne. Der selbe Minister will dann nie irgendwas von der unfähigen Euro-Hawk-Drohne mitbekommen haben, weil ihm nie eine Genehmigungsunfähigkeitsvorlage als Entscheidungsvorlage vorgelegt worden wäre. Oh, und von komisch Schießenden Gewehren hat er natürlich auch nie gehört. Übrigens hatte ein Minister des Bundeskanzleramtes Maiziere auch noch nie von NSA, CIA und co irgend etwas gehört. Aber als wieder inthronisierter Minister des Terrors brüllte er sofort nach der Vorratsdatenspeicherung.Reicht das als kleine Zusammenstellung der geistigen Totalausfälle des Herrn Minister, oder muss ich noch nachwühlen, was es mit dem Sachsen-Sumpf auf sich hat, und wie tief Maiziere darin verstrickt war?

Kommission für Besonders Dämliche Ideen

Eine Meldung von Freitag, bei deren Überschrift mir schon unwohl wurde: Eine gewisse Bund-Länder-Kommission prüfe ein Verbot von Spamblockern. Weil, so lese ich da, durch die Ausblendung von bezahlter Malware ja Verlegern die Arbeit verunmöglicht würde. Das finde ich unter mehreren Gesichtspunkten mal eben kurz lustig: Erstmal gibt es ja nicht ein Monopol bei Methoden, wie Werbedreck ausgefiltert werden kann. Man kann technisch zum Beispiel die Domains besonders beliebter Malwareschleudern in seiner /etc/hosts Datei auf ungefährliche feste Adressen routen, und so verhindern, dass der Browser versehentlich die Schadware herunterlädt, ausführt und anzeigt. Dann gibt es, was hier vermutlich gemeint ist, Addons, die im Browser dafür sorgen, dass die Schadware nicht geladen wird, während der sogenannte content der Seite angezeigt wird. Oder im Falle von besonders freundlichen Verlegern eben auch nicht, weil die feststellen, dass man die Schadware nicht geladen hat, und dann die "Inhalte" auch nicht anzeigen wollen.

Warum reite ich die ganze Zeit so auf der Schadware rum? Nun, das ist der zweite Grund, warum ein Verbot der Selbstverteidigungstechniken putzig ist. Bekanntlich verteilen immer wieder Werbenetzwerke neben den nervigen, Bandbreite fressenden Filmchen, Bildern und Trackingdreck auch immer gerne Schadsoftware, die durch Sicherheitslöcher die Rechner der Besucher der Verlegerwebseiten übernimmt, und beliebige Straftaten (Computersabotage fällt mir spontan ein) begeht. Lustigerweise wollen die störer, also die Verlage, für den durch ihre Handlungen ermöglichten Schaden nicht haften. Und anders als bei der Abmahn-Mafia hat hier bisher kein Gericht die Störer zur Haftung herangezogen.

Und dann ist es mal Zeit für einen (wie üblich hinkenden) Vergleich: Ein Verbot von Werbeblockern in Anbetracht der Schadsoftware-Seuche wäre so, als würden Einbrecher erlobbyieren, dass Wohnungsschlösser verboten würden, weil sie sonst ja ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen könnten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass analog zu den Filesharing-Abmahn-Orgien sich auch Anwälte finden lassen, die die Verleger als Störer mit Abmahnungen bewerfen. Gegebenenfalls eben für jede verseuchte Anzeige einzeln. Und kostenpflichtig. Wetten, dass dann Verleger plötzlich doch Wege finden würden, schädlichen Werbedreck auszufiltern?

ComPod #545: Emojify, Teil 3

Tech. Mit WWDnote, Grawell2, Rewatch und mehr.

Im dritten Teil des Podcasts für diese Woche befasse ich mich mal wieder mit den Meldungen aus der Technik-Ecke. Mit dabei: 

  • Fanboi
    • WWDNote
      • Timtro
      • Zahlen
      • 4 Plattformen
      • watchOS
        • Schnell
        • Dock
        • ControlCenter
        • Scribble
        • Watchfaces
        • Demo
        • SOS-Modus
        • Activity Sharing
        • Rolli-Fahrer
        • Breathe
        • APIS
        • Termin
      • tvOS
        • Remote
        • Siri
        • Single Sign on
        • Dark Mode
        • Termin
      • macOS
        • Sierra
        • Continuity
          • Auto Unlock
          • Universal Clipboard
          • iCloud Drive
          • Optimized Storage
        • Pay
        • Tabs
        • PIP
        • Siri
        • Demo
        • Termin
      • iOS
        • Experience
        • Siri-API
        • Quick Type
        • Photos
        • Maps
        • Musik
        • News
        • HomeKit
        • Phone
        • Messages
        • Rest
        • End-to-end-encryption
        • Termin
      • Swift Playgrounds
    • Stockstore
    • APFS
    • Richohne
  • Telestör
  • Minkedin
  • Peakwarn
  • Space
    • RUD
    • Grawell2
  • Am Ende

Für Musik sorgt dabei PS22-Chorus mit dem Titel 'Hello'.

Länge: 46:20, 43,8 MB.

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ComPod #545: Emojify, Teil 2

Politik. Teil zwei von zwei. Mit Regierung, Wirtschaft und mehr.

Im zweiten Teil des Podcasts für diese Woche befasse ich mich mal wieder mit der Politik. Mit dabei: 

  • Regierung
    • Neganleihe
    • EUtschaftürk
    • Angstiere
    • Erbnäherung
    • Syrmentie
    • NAdroh
    • Transpadings
    • Hilfziere
    • Überwachere
    • Frent 4
  • Wirtschaft
    • Barbank
    • Rentaganda
    • Brembank
    • Fefbrem
    • Besichteil
    • A7
    • VWehler

Für Musik sorgt dabei PS22-Chorus mit dem Titel 'Cool kids'.

Länge: 42:53, 39,3 MB.

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ComPod #545: Emojify, Teil 1

Politik. Teil eins von zwei. Mit Terror, Schnüffel und mehr.

Im ersten Teil des Podcasts für diese Woche befasse ich mich mal wieder mit der Politik. Mit dabei: 

  • Terror
    • Sauderror
    • Zufallizei
    • Orlando
    • Orlandopfer
    • Orlandekannt
    • Polerror
    • Oberunterr
  • Schnüffel
    • Belaaßen
    • Maashit
    • Fromm
    • Blackbaten
  • GysOK

Für Musik sorgt dabei PS22-Chorus mit dem Titel 'Pompeii'.

Länge: 43:35, 41,4 MB.

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Brandesloch

Erinnert ihr euch noch, wie vor Jahren reihenweise Banken zu implodieren drohten? Bei der größten davon, der Bad Bank der HypoVereinsbank, Hypo Real Estate, hat der Bund Garantien von überschaubaren 150 Milliarden Euro gegeben, die zwar jeweils kurz vorher vom Bundestag abgenickt wurden, aber immer nur extrem kurzfristig davor den Abgeordneten bekannt wurden. Und dann ein paar Monate danach materialisierten sich in einigen Ländern urlplötzlich Löcher in den Staatshaushalten, die rein zufällig ziemlich genau so groß waren wie die Garantien, die die Staaten ihren Too Fail to fail-Banken geben mussten. Schon komisch. Aber das ist ja jetzt alles vorbei. Bis auf in Griechenland, wo die "Pleitegriechen" ja selbst daran Schuld sind, dass die Deutscha Bank und andere hoch wirtschaftliche Unternehmen ihre Verbindlichkeiten dank Herrn Schwäbische Hausfrau gegen feste Euros tauschen durften. Oh, und in Bremen materialisiert sich gerade auch ein kleines Löchlein in der Landesbank. 500 Milliönchen fehlen da auf einmal.Für den Herrn Schwäbische Hausfrau wäre das ein Autobahnkilometer oder eine Zehnjährige Staatsanleihe, für den Landeshaushalt von Bremen könnte das aber ein etwas größerer Happen sein. Hups.

Apropos Herr Hausfrau: Der bekommt gerade Geld für zehn Jahre zum Preis von Null oder noch darunter, will aber trotzdem bei nächster Gelegenheit, während das Volk abgelenkt ist, Autobahnen zu einem Preis von mindestens sechs Prozent Jahresrendite privatisieren. Schade, dass der Staat kein Geld an den Die Märkte aufnehmen kann. Wie, Staatsanleihen sind Geld von den Die Märkte? Kann ja gar nicht sein, der Herr Schwäbische Hausfrau muss doch wissen, wie das mit dem Geld funktioniert. Schließlich wusste der doch auch ganz genau, wo er das Schmiergeld des Herrn Waffenhändlers hingetan hat, was er für die Hochdemokratische Partei entgegengenommen, und natürlich völlig korrekt verbucht und angegeben hatte... Aber Hauptsache, das Volk glotzt Rasensport, hat Angscht vor Terrorischdn und hinterfragt den ganzen Dreck nicht.

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