Skip to content

Netanjahauptung

Am Montag hat der israelische Regierunschef behauptet, ihm lägen geheime Unterlagen vor (das kennen wir schon, das Spiel) nach denen der Iran an Atomwaffen weiterentwickeln würde. Nun gibt es da so einen lustigen internationalen Vertrag namens Atomwaffensperrvertrag. Den hat Iran unterzeichnet, anders als Israel. Und es ist ein eher schlecht gehütetes Geheimnis, dass Israel Atomwaffen besitzt. Insofern ist die moralische Überheblichkeit, mit der der israelische Regierungsfürst da Vorwürfe ohne Beweise durch die Gegend schleudert schon alleine lächerlich. 

Bei genauerer Betrachtung behauptet der Atomfürst zwar lautstark, Iran würde Atomwaffen anstreben, die "Beweise" beziehen sich aber nur darauf, dass Iran vor dem Abschluss des Vertrags mit USA versucht hat, Atomwaffen zu basteln. Und das war öffentlich einigermaßen bekannt. Was auch dem israelischen Atombombenchef bekannt sein dürfte. Ebenfalls international bekannt ist ja auch, dass US- und israelsche Cyberterroristen einen Cyberterroranschlag auf Iran und den Rest der Welt getätigt haben mit der Cyberbombe namens Stuxnet. Mindestens moralisch sollte also ein israelischer Regierungsfürst besser ganz leise sein. Sonst fange ich da an, wo die Bimbesregierung in Sachen Völkerrecht vorgelegt hat, und rechne auf: illegale Atombomben, Angriffskriege im Cyber, Zivilistenermordungen in Gaza und weitere Punkte, die mir spontan nur nicht einfallen. Dass das alles in Ordnung sein soll, kann ich mir irgendwie nur sehr schwer vorstellen. 

tweetbackcheck