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Boostderungen

Zwei Meldungen vom 21. passen zusammen: erst hat die EU beschlossen, Impfzertifikate ohne Booster nur noch neun Monate gelten lassen zu wollen. Und dann hat auch die Stiko sich zu Boostern gemeldet: die sollte man nicht erst nach frühestens sechs, sondern schon drei Monaten bekommen können. Ich kann das amüsiert beobachten, habe ich ja schon meine dritte Impfung. 

Boostimpf

Heute gibt es mal eine Überraschung: Ich habe schon eine dritte Impfung bekommen. Und das kam so: Die Politik verschleppt ja gerade die Impfkampagne, und vor allem hier in der Stadt sind zwar städtische Angebote jeden Tag verfügbar, aber da gibt es Drittimpfungen frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfung. Für eine Omikron-Welle, mit der seriöse Virologen in den nächsten paar Wochen rechnen (und die sich mit etwas Pech gerade in den täglich wieder steigenden Zahlen an Infektionen schon versteckt), wäre das mir viel zu spät. Vor allem, wo Moderna bei Omikron nicht so gut zu wirken scheint wie Biontech. Da schwappte mir auf Twitter ein Link vorbei, dass bei einem Jugendzentrum in Landungsbrücken eine Impfgelegenheit offen hätte, die bereits nach vier Monaten boostern würde, jeden Tag geöffnet hätte, und nur Krankenkassenkarte, Ausweis, und Impfbuch braucht (letzteres habe ich ja immer noch nicht, aber okay). Hab ich mir das vorgemerkt, und für heute nach Podcast und Wäsche auf den Plan gepackt. Und so bin ich nach Landungsbrücken gefahren, habe erst eine Weile gebraucht, bis ich einen Weg gefunden habe, wie ich zu der Adresse gelange (nein, Apple Maps, an dem relativ steilen Stück Wand komme ich nicht hoch). Da hingen auch Zettel, 'Eingang Impfen, da lang' und es standen einige Leute auf der Treppe an.

Okay, Impf-Eingang gefunden. Stell ich mich hin. Kurz danach ging es auch gleich ein ganzes Stück weiter, weil wohl immer eine größere Gruppe ins Gebäude gelassen wurde. Nochmal gewartet, dann durfte ich mit anderen rein. Im Gebäude wurde schnell klar, dass das keine kleine Aktion ist. Zwei Helferinnen haben Anamnese-Bögen erst verteilt (Alter, und wie vielte Impfung, entschied darüber, welchen Impfstoff man bekommt), dann Bögen ausfüllen (nein, ich hab keine Probleme mit den Impfungen gehabt, Datümer kann ich aus dem Kopf), und dann durfte ich in der nächsten Warteschlange anstehen. Die endet in einem Wartezimmer, von wo man einzeln aufgerufen wird, in einem eher überfüllt wirkenden Raum gab es dann nen Mediziner (Arzt, Pfleger, hab ich nicht gefragt, ist auch nicht wichtig), der mir die Spritze gesetzt hat, Pflaster drauf, und dann noch die 15 Minuten wieder im großen Saal warten, wo jemand Musik angemacht hatte. fancy. Und dann war ich nach ner knappen Stunde fertig. Inzwischen hat die Stelle an der Schulter wieder die bekannten Schmerzen rund um die Injektionsstelle entwickelt. Ach ja: Nach der Impfung fragte der Mediziner mich nach Impfbuch, was ich ja nicht habe. Gab mir also ein neues, hat da den Aufkleber mit der Chargennummer reingeklebt. Das digitale Zertifikat durfte ich mir dann noch in der Apotheke generieren lassen, wo ich dann erst informiert wurde, dass die beiden Impfungen davor aber noch nachgetragen werden müssten.

So, jetzt darf sich mein Immunsystem wieder auf die Spike-Proteine stürzen, und sich mal wundern, wie die schon wieder in den Körper gelangt sind. Vielleicht sollte man sich doch etwas breitbandiger aufstellen bei der Abwehr? Und wenn dann Omikron vorbei kommt, ist das Immunsystem zumindest so gut vorbereitet, wie ich es jetzt hinbekomme.

Omikronik

Neues von Corona: Am 25. haben so ziemlich alle Medien aufgeregt berichtet, dass in Südafrika eine neue Variante Coronavirus gefunden wurde, und die ersten paar Datenpunkte andeuten, die könnte sich noch schneller verbreiten. Was die Medien dabei nicht so betont haben: Auf der Datenbasis kann man schlicht noch gar keine Aussagen treffen, weil gerade mal ein paar wenige Infektionen deren Grundlage sind. Schon die Infektiosität ist ein sehr rauchiger Messwert, der vor dem jeweiligen Hintergrund zu sehen ist, und wenn es um Gefahr für Infizierte geht, bleibt wirklich nicht viel außer abwarten. 

Die WGO (international: WHO) hat sich für den griechischen Buchstaben Omikron (nein, Omicron ist eine englische Schreibweise, nicht korrekter) entschieden, weil Ny und Xi jeweils eine Verwechslung ermöglicht hätten (New und der Name eines chinesischen Politikers). Die ersten Infektionen sind auch schon in diversen Ländern gefunden worden, so dass anzunehmen ist, dass die Viriante sich nicht gerade erst gebildet haben dürfte. In Sachen Gefahr sind die ersten Infizierten wohl nicht schwer getroffen, so dass ich hoffe, dass Omikron vielleicht eine Viriante sein kann, vor der man sich nicht so sehr fürchten muss, aber realistisch müssen wir schlicht abwarten. Und bis dahin hilft Panij auch nur begrenzt. Immerhin haben die Impfstoffhersteller BioNTech und modeRNA beide angekündigt, dass sie die Sequenzen der Omikron-Viriante untersuchen, und in wenigen Wochen angepasste mRNA-Impfungen vorbereiten könnten. Zu Delta hatten sie so etwas schon mal angekündigt, aber dann doch nicht fertiggestellt. 

Stikündigung

Meldung aus der 'worauf warten die?'-Ecke: Letzte Woche war der Stiko-Chef Mertens in irgend einer Talkshow, wo er angekündigt hat, dass die Stiko sehr demnächst die Drittimpfung für Personen ab 18 empfehlen würde. Und am Donnerstag eilmeldete es aus allen Ecken, die Ständige Impfkommission habe genau das getan, ohne dabei darauf hinzuweisen, dass die Stiko eben genau nur angekündigt hat, eine solche Empfehlng veröffentlichen zu wollen. Kleiner, aber fieser Unterschied. Nun wird sicher kein Arzt bestraft, wenn er auch ohne veröffentlichte Empfehlung Impfdosen in impfbereite Personen spritzt, aber so viel Detailtreue sollte man von Leuten schon erwarten dürfen, deren Beruf es ist, Nachrichten korrekt zu verbreiten. Mal ganz davon abgesehen: Wenn regelmäßig ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung (J&J soll schon deutlich früher eine weitere Dosis eines Impfstoffes folgen) die dritte Impfung anstehen soll, kann man auf dem 'verimpfte Dosen für zweite Impfungen'-Diagramm erkennen, wie viele Impfungen denn aktuell verabreicht werden müssten. Und da gibt es das kleine Problem, dass die Hausarztverbände einerseits gegen Impfzentren wettern, und sich über Überlastung der Praxen beschweren. Mit meienr zweiten Dosis im August habe ich ja noch keine Eile. Vielleicht suche ich mal ein mobiles Team in einem Einkaufszentrum auf, um mir da eine Dosis geben zu lassen.

Lugarbage

Heute gibt es mal keine Schläge für die Politik, sondern für die Presse. Die hat nämlich ziemlich weitgehend das sinnlose Gerülpse von Luca wiedergekäut. Die Propaganda von denen behauptet nämlich, aus deren Daten ließen sich irgendwelche Aussagen über Infektionen erkennen (Spoiler: Nein, dafür müsste man die Daten hinter der Verwurstung durch Gesundheitsämter sehen, Luca sieht aber nur den Müll davor). Und dann sind viele, vermeintlich glaubwürdige Nachrichten-Medien auf die Propaganda reingefallen und haben den PR-Text in ihren Systemen als 'Nachricht' veröffentlicht. Dass die Verkäufer einer unsinnigen, und von einem Gericht in MV bereits als unrechtmäßig vom Land beschaften Software, auf Krampf positive Berichte brauchen, damit nicht auffällt, dass die Vergabeverfahren in allen Ländern unter dem gleichen Makel (es gab Alternativen, die aber nicht ausreichend betrachtet wurden und die verkaufte Software enthielt versprochene Funktionen nicht) leiden dürften, erscheint naheliegend. Insofern ist solche Propaganda für die Werbeversprecher logisch. Weniger logisch ist, warum da Medien drauf reinfallen. Luca behauptet irgendwas, nachdem deren Software aber ein qualmender Haufen ist, bedürfte es unabhängiger Untersuchungen, bevor Behauptungen veröffentlicht werden sollten. Haben die nicht, also berichtet man das nicht, oder nur nachdem jede Aussage als "Die Firma behauptet" verpackt wird. Wer das nicht tut, verbreitet keine Nachrichten, sondern Propaganda.

Biontung

Überraschende Meldung von letztem Mittwoch: Die Ständige Impfkommission (Stiko) emfpiehlt für Personen jünger als 30 nur noch Biontech-Impfstoff. Grund ist, dass es Infektionen rund ums Herz bei beiden mRNA-Impfstoffen gibt, aber die bei modeRNA (vermutlich wegen höherer Dosierung) häufiger auftreten. Das dürfte modeRNA missfallen, die doch gerade den Antrag bei der europäischen Behörde eingeworfen haben, ihren Impfstoff auch für Kinder zuzulassen (ich rate mal: In geringerer Dosierung). Der Unterschied zwischen BioNTech (ComiRNAty) und ModeRNA (SpikeVax) ist vor allem die Menge RNA, die in einer Dosis landet: Bei ComiRNAty sind es 30 Mikrogramm, bei SpikeVax derer 100. Dafür hat SpikeVax eine etwas bessere Wirksamkeit gegen die amtierende Delta-Viriante gezeigt. Aber eben auch bei jüngeren Probanden häufiger zu Entzündungen des Herzbeutels oder des Herzmuskels geführt. Was bisher als Komplikation eher nicht so hoch gehängt wurde.

Was ich in der geänderten Empfehlung erahne: Die Schieflenker werden das als "Beweis" nehmen, dass die "Gentherapie" ja voll gefhrlich ist, und man sich sowieso nicht impfen lassen sollte, und überhaupt. Und nachdem die Restverwaltung nur auf die Nichtdenker noch achtet, rechne ich noch mit irgend einer Reaktion von da.

Corinfektionen

Meldung aus der 'Also damit konnte ja niemand rechnen'-Ecke: Die Infektionszahlen bei Corona sind am Steigen, haben die eher symbolische Schallmauer einer Bundes-Inzidenz von 200 Infektionen je 100 tausend Bürgern in den letzten sieben Tagen überschritten. Wenn man in die Details schaut, darf auffallen, dass sich sehr viel mehr Ungeimpfte infizieren, weil deren Immunsystem so gar nichts gegen die Viren tun kann. Geimpfte können sich auch infizieren, und sogar erkranken, einige sogar schwer, aber im Verhältnis sind das deutlich weniger. Und inzwischen sind in einigen Regionen (Bayern ist da wohl besonders auffällig) die Krankenhäuser teilweise so überlastet, dass da gar nichts mehr geht. Aber eine Impfpflicht hat die Regier ja von Anfang an pauschal ausgeschlossen, weil, äh... Warum das nicht wie jeder andere Wahlversprecher einfach gebrochen wird, weiß ich auch nicht. Stattdessen wartet die geschäftsnichtführende Verwalung darauf, dass die nächste Regierung irgendwann mal kommt. Das geht sogar so weit, dass letzte Woche ein Bundesminister im Kanzleramt verlangt hat, es müsse ein Treffen von Bund- und Ländervertretern geben. Ob dem mal jemand verraten hat, dass er da im Bundeskanzleramt mal den dortigen Minister anrufen könnte. Bei dem lustigerweise immer besetzt ist, wenn er dessen Telefon erreicht... Soviel zur Frage, ob Merkel (gut) regiert hätte.

Wiederzentrimpf

Neueste Wortmeldung des Restministers Spahn: Wenn man doch nochmal wieder Geimpfte impfen soll (was zumindest von Personen, denen ich medizinischen Sachverstand zutraue nur für ältere oder immunschwache Personen empfohlen wird), dann könnte man doch so Zentren für Impfungen (wieder) öffnen. Wissen schon, wie die Impfzentren, die nicht länger als bis Ende September finanziert wurden, und deswegen weitestgehend geschlossen wurden. Mal davon abgesehen, dass da auch nicht mehr so viele Impfungen verabreicht wurden, wie die gesamte Infrastruktur ermöglicht hätte.

Oder kürzer: Spahn meint, Impfzentren könnte man doch wieder öffnen, das sehen die Länder aber nicht so ganz ein, immerhin sind die Zentren geschlossen, und mutmaßlich auch nicht in einer Form, die man innerhalb von wenigen Tagen wieder öffnen könnte. Nachdem Spahn jetzt vermutlich noch nen Monat den Minister spielen darf, erübricht sich die Frage, ob er eine Strategie hat, wie die Pandemie weiter gehen könnte.

Impfrage

Neueste Wende in der Corona-Impf-Debatte: Die Frage, ob Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Angestellten erfahren dürfen. Da gibt es einen Vorstoß vom Moralminister Spahn, der findet, dass das schon okay ist. Andererseits sehen Datenschutz-Vertreter eben wieder mal die grundlegende Frage dahinter, ob medizinische Daten überhaupt zum freien Zugriff gedacht sein sollten. Und dann ist da noch die Frage, ob es Arbeitgeber überhaupt etwas angehen darf, welche Impfungen, Erkrankungen, Schwangerschaften, oder sonst irgendwas ihre Angestellten so haben. Immerhin könnte das ja alles irgendwann Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten haben.

Für mich halte ich es so, dass ich die akutesten Krankheits-Stati direkten Vorgesetzten mitteile (weil, wenn das Auge ausfällt, bin ich erstmal auch nicht nutzbar),aber einen grundsätzlichen Zugriff ohne mein Wissen ablehne, weil irgendwelche Krankheiten von vor zig Jahren nicht offensichtlich eine akute Relevanz haben, und entsprechend geht das auch niemanden etwas an. Und eben diese Begründung, warum jemand Gesundheitsdaten haben will, erwarte ich bei jedem einzelnen Zugriff. Und wem das zu kompliziert ist, ja Pech.

Fünfzidenz

Während in Hamburg die Anzahl gemeldeter Infektionen langsam sinkt (war der Höhepunkt von knap 90 Melduungen je sieben Tage und hunderttausend Bevölkerung wohl Auswirkung von Urbaubsrückkehrern?) denkt der Bundesminsiter für Gesundheit öffentlich darüber nach, die Einkaufszettel aus dem Infektionsschutzgesetz zu entfernen. Konkret soll die Inzidenz 50 (die ja letztes Jahr als politisierte Fassung von 'Gesundheitsämter können Fälle nur bis irgendwas bei 35 nachverfolgen' in das Gesetz gepinselt wurde, damit Länder dann gezwungen würden, irgendwas bei deren Überschreitung zu tun. Nun ist der Witz nur der, dass auch mit der Zahl im Gesetz jetzt Länder nichts tun müssen. So hat Hamburg eben am 18. eine Inzidenz von 90 gemessen und trotzdem nicht panisch Geschäfte geschlossen. Wie die sinkenden Meldezahlen schon andeuten könnte das auch richtig gewesen sein, final wird man das aber erst später wirklich beurteilen können.

Das starre Festhalten an unqualifizierten Zahlen wie der Zahl gemeldeter Infektionen, unabhängig von Alter, Impfstatus, Geschlecht bringt nur was, wenn das Ziel ist, möglichst viel Bevölkerung möglichst lange einzuschränken. Wer Geimpft und jung genug für einen wirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen ist, stellt mit einer Infektion weniger eine Gefahr für sich als für die Umgebung dar, und die schützt man mit Ladenschließungen und Rausgehverboten gerade nicht. Bekanntlich muss man damit rechnen, dass es mehr eine Frage der Zeit ist, bis jede Person dem Virus ausgesetzt wurde, nur wer geimpft (oder jung genug für eine ausreichend starke Reaktion des Immunsystems auch ohne Impfung) ist, wird das mit geringen Schäden überstehen. Dass Maßnahmen nicht helfen, die die Zeit verlängern bis zum bevölkerungsweiten Kontakt mit dem Virus, das darf auch klar sein. Immerhin war das, wofür wir letztes Jahr versucht haben, Zeit zu schinden, gerade die Impfung. Die ist inzwischen aber verfügbar, und wer sich nicht impfen lässt, nimmt eben die Infektion in Kauf. Ergo: Was soll die Inzidenz im Gesetz noch bringen? Auf welches Ziel sollten weitere Einschränkungen noch hinauslaufen? Der Virus wird nicht magisch wieder verschwinden, das kann's also nicht sein.

Lückunprüf

Und dann war da noch die Geschichte mit der lecka, äh, lücka-Äpp, die Hessen vom Bundescyberamt mal sicherheitsgeprüft haben wollte, aber der Bundesminsiter für Drinnen, Bau, Dahoam und Abschiebungen in Kiregsgebiete hat das abgelehnt. Das ist eienrseits uncool. Andererseits konnte man aber öffentlich über so viele Sicherheits- und Funktionslöcher der viel zu teuren und nutzlosen Software mitbekommen haben, dass sich deren ÜPrüfung glatt erübrigt. Nein, Lücka braucht niemand. Es sei denn, man will Gesundheitsämter mit Datenmüll überschwemmen.

Polignorant

Auch heute ist wieder eine Politische Meldung zu Corona dran: letzten Montag haben die Minister für Gesundheit nämlich beschlossen, dass ihnen die Ständige Impfkommission egal ist und die Impfungen auch für Kinder zwischen 12 und 17 Jahren angeboten werden müssen. Die Stiko-Begründete ihre Empfehlung (nur Kinder, bei denen Vorerkrankungen einen schlimmen Verlauf einer Covid-Erkrankung erwarten lassen) ja damit, dass saubere Studien fehlen würden. Die können die Minister jetzt natürlich auch nicht haben. Dafür zeigt die Entscheidung, dass im Wahlkrampf fundierte Empfehlungen scheißegal sind. 

Reisetest

Und dann ist mal wieder Zeit für Schläge auf die Reagierung. Denn die hat es 1,5 Jahre nach Beginn der ganzen Pandemie mal wieder geschafft, völlig zu verpennen. Konkret geht es darum, dass man ja rausfinden wollen könnte, ob Leute, die im (Sommer-)Urlaub irgendwo waren, von dort vielleicht eine Infektion mit einem gewissen SARS-Coronavirus 2 mitgebracht haben könnten. Das könnte man zum Beispiel dadurch erreichen, dass man möglichst vollständig testet, wer von woanders hier ankommt. Sinnigerweise ab dem Zeitpunkt, wenn Leute vom Urlaub zurückkehren könnten. Gibt es da vielleicht bestimmte zeitliche Rahmen, wann man mit Reisen in und aus Urlaubsgebieten rechnen könnte? So Ferien im Sommer, vielleicht? Wann liegen die noch gleich? Oh, die sind gar nicht bundesweit einheitlich, sondern in den nördlichen Bundesländern von Ende Juni bis ziemlich genau Anfang August, während in BaWü und Bavarien die Sommerferien erst mit dem August beginnen. Na, dann führt man so eine Testpflicht sinnigerweise früh ein. Würde man denken. Die Reagierung ist ganz überrascht, dass es Sommerferien gibt, hat zum 1.8. eine Testpflicht für Einreisen von egal wo beschlossen, die wahrscheinlich nur unzureichend geprüft wird. Und eben Reisen aus den nödlichen Bundesländern gar nicht mehr betrifft, nachdem das Schuljahr mit dem August wieder anfngt, und so Personen mit schulpflichtigen Kindern schon längst aus dem Urlaub zurück sein dürften.

Ich fühle mich bei der ganzen Geschichte an die Masken erinnert, wo erst verbreitet wurde, die brächten nichts. Und als die Reagierung dann genug gewartet hatte, dass genügend Masken für das Gesundheitswesen vorhanden waren, hektisch eine Maskenpflicht eingeführt hat. Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit sind Attribute, die ich der Regierung wirklich nicht zugestehen würde.

Impftermendlich

Heute hat sich mein Herr Vater gemeldet, dass das Impfzentrum in den Messehallen jetzt Anmeldungen ohne Priorität erlaubt. Ich hab mich dann mal durch die Anmeldeprozedur geklickt (Handynummer eingeben, Code aus ner SMS eingeben, Mail angeben, Link klicken, und dann aus einer Liste ein Termin-Set aus zwei Terminen auswählen) und jetzt einen Termin an zwei Donnerstagen. Der erste ist spannenderweise schon am 1. Juli. Impfstoff ist dann der modeRNA, der nicht ganz so groß in den Medien ist wie Corminaty. Aber immerhin habe ich dann endlich Termine und eine Aussicht, wann ich geschützt sein kann. About. Damn. Time. 

Impvektoren

Neues von der Impferei: Nachdem die Sinusvenentrombosen hierzulande für erst einen Impfstopp, dann noch einen Impfstopp, gefolgt von umpriorisierung und dem lustigen Experiment geführt haben, was passiert, wenn Menschen, die ihre erste Dosis von dem einen Impfstoff hatten, bei der zweiten Dosis aber genau den nicht mehr bekommen sollten... Nach dem ganzen Gewese ist dann auch den Amis aufgefallen, dass AstraZenaca-Impfstoff so viel mehr Sinusvenenthrombosen auslöst, dass das vielleicht nicht die geilstmögliche Idee ist, den allen Berechtigten zu geben. Das ist insofern lustig, als die Amis genau die Information schon ohne größere Ermittlung hätten bekommen können, und ohne Opfer der Impfkomplikation.

Nebenbei, spannendes Detail: Die Leute, die behauptet haben, eine Impfnebenwirkung träte innerhalb weniger Stunden nach der Injektion ein, sind ganz plötzlich völlig still geworden. Denn die HIT-artige Nebenwirkung braucht ja tatsächlich ein paar Tage, weil das Immunsystem nicht sofort die Blutplättchen angreift, sondern da eben ein paar Tage für braucht.

Wo wir dann 'Glück' haben: Es stellt sich raus, dass die gleiche Nebenwirkung auch beim Johnson&Johnson-Impfstoff (ähnlich AstraZeneca, mit aber eben nur einer Dosis) aufgefallen ist. Die Einführung des Impfstoffs findet dann doch nicht demnächst statt. Gleichzeitig stellt sich aber die Frage, wodurch das Immunsystem auf die Blutplättchen gehetzt wird. Die bisher erkennbare Gemeinsamkeit ist, dass mehrere Impfstoffe mit Adenoviren als Vektoren für das genetische Material für das Spike-Protein bei einigen (mehrheitlich weiblichen, im Alter irgendwo zwischen zwanzig und die höheren vierziger) Personen das Immunsystem dazu motivieren, die körpereigenen Blutplättchen so anzugehen, dass die danach verklumpen, und als erkennbare Symptome nicht mehr im Blut rumschwimmen, dafür einen schlimsmtenfalls fetten Pfropf in einer wichtigen Vene darstellen. Das kann eben bis zum Tod führen.

Zwei Fragen drängen sich da jetzt auf: Wie bewirkt der Impfstoff das? Ist das ein Problem mit Adenoviren? Die galten bisher als harmlos, sonst hätte man sie ja nicht als Vektoren nutzen wollen. Andererseits tritt die Thrombophenie so selten in einer Gesamtbevölkerung auf, dass man bei Studien, die nicht explizit darauf achten, den Effekt auch schlicht nicht gesehen haben kann. Und wenn wir schon dabei sind: Wird man den selben Effekt bei anderen Impfstoffen mit Adenoviren auch erwarten? Nein, in die Studien dazu braucht man dafür nicht schauen, die haben das ja nicht gefunden.

Oh, und wo ich Fragen stelle, auf die ich eh keine Antworten bekomme: Ab wann kann man sagen, dass AstrZeneca eben doch kein sehr guter Impfstoff ist?

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