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Amoconneticut

Am Freitag Abend (unserer Zeit) gab es mal wieder einen Tüp, der in einer Grundschule in Conneticut Menschen ermordet hat mit einer Schusswaffe. Und wie so ziemlich jedes Mal nach solch einer Tat machen die Medien wieder das Dümmste, was sie tun können: Da gibt es völlig atemlose Berichte über leidende Angehörige, Mutmaßungen über den Täter (die mal wieder den falschen erwischen, hier den Bruder des vermutlichen Täters), Behauptungen über Hintergründe des Täters (der soll angeblich Asperger gehabt haben, und Asperger macht ja gefühllos, was ziemlich extremer Bullshit ist), und der übliche Dreck der Qualitätspresse. Wobei ich noch nicht weiß, ob das Papier-Magazin mit dem Namen einer reflektierenden Fläche wie nach einem der deutschen Amokläufe dem Täter posthum noch mit der Titelseite Ruhm zukommen lassen will.

Was dann eher typisch für USA ist: Die Weigerung, auch nur über Waffenrechte zu reden und religiotisches Gefasel der Religioten. Statt Waffen härter zu regulieren schwafeln dann auch noch Volltrottel davon, dass die Lehrer (in einer Grundschule!) ja nur hätten bewaffnet sein müssen. Dazu kommen dann noch Unmengen an Personen, die durch die Tat psychisch leiden, obwohl sie eigentlich nicht direkt betroffen sind. Gut, wenn man da musikalische Fünftklässler zur Hand hat. Insgesamt mal wieder keine Sternstunde der Menschlichkeit.

Der Bullshit bei Spon ging dann noch das ganze Wochenende weiter, wobei sich eine größere Gruppe Menschen (ob nun selbst von Asperger betroffen oder 'nur' mit Betroffenen in der näheren Umgebung) bei der Autorin des dämlichsten Beitrags bei Spon beschwert haben. Das fand ich besonders spannend, weil ich ja auch betroffen bin. Die Reaktion der Autorin war dabei aber auch zu lächerlich: Den Text ändern ginge ja nicht (unterdessen wurde der Text mehrfach geändert, ohne dass da was von erwähnt wurde), und sie hätte es ja auch gar nicht so gemeint, wobei sie nicht verraten hat, wie sie das Geschreibe denn gemeint hätte. Mal völlig davon abgesehen, wie seriös das wohl sein mag, wenn eine Journalistin auf sehr dünner Datenbasis jemanden ferndiagnostiziert, und sich dann zusammenphantasiert, dass die selbstgeschnitzte Diagnose was mit der Tat zu tun hätte. Hätte sie wenigstens jemanden gefragt, der sich mit dem Asperger-Syndrom und/oder Autismus auskennt. Aber dann hätte sich vermutlich das völlig unfundierte Geschreib nicht mehr verkaufen lassen...


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