Skip to content

Fleischhaft

Vor einer Woche gab es mal wieder eine Entdeckung der unangenehmen Art: Und zwar wurden im Kreis Gütersloh bei einer Fleischfabrik Menschen in Käfighaltung und mit Covid gefunden. Und zwar derer so viele, dass der ganze Bezirk in den Lockdown geschoben wurde. So ähnliche Ausbrüche gab es vorher schonmal, und nachdem die Regeln nicht vorsehen, die ganze Personengruppe, die sich höchstwahrscheinlich untereinander infiziert hatte zwecks Kontaktverfolgung einfach als einen unangenehm riesigen Fall zu betrachten, gelten die 400 Geopferten als 400 einzelne Fälle. Dass die Fabrik dem früheren Spochtfutzi und permanenten Rassisten Tönnies gehört, macht das Ganze nicht besser, sondern schmückt die Details nur aus. Ich mute mal ver: Die Menschen im Landkreis Gütersloh könnten dem Rassismusfabrikanten und Fleischisten vielleicht gerade weniger dankbar sein als die Politik vermuten würde.

Coronupdate

Am vergangen Mittwoch, dem 20. Mai haben Apple und Google zeitgleich ihre Updates für iPhone und Android-Geräte freigeschaltet, mit denen die Systemfunktionen für Kontaktnachverfolgung sich einfinden auf den Geräten. Jetzt ist der größte Haken noch, dass die Funktion, zumindest auf dem iPhone, nicht aktiv ist, solange es keine App dafür gibt. Aber die Regierung hat ja die Superexperten von SAP und Telekom damit beauftragt, da kann es sich nur noch um Jahrzehnte handeln, bis eine erste App den Weg in die Öffentlichkeit findet...

Blöde Ideen 2020: Axel V zu Corona

Wisst ihr, wer sich noch nicht zum Corona-Virus geäußert hat? Der cdu-Ditschital-Europaexperte Axel 'Hirnfick' Voss. Nun, der hat sich dann mal geäußert, und zwar zur Kontakt-Nachverfolgungs-App. Und wie es für den nicht mit Intelligenz ausgestatteten, beratungsresistenten Politiker sein muss, meint Voss also, dass die App zwar freiwillig sein müsse, aber wenn man noch in diesem Jahrzehnt in Restaunrants oder ähnliches wolle, dann habe man gefälligst 'freiwillig' die App haben zu wollen.

Erstmal, Herr Votz, haben Si immer noch nichts verstanden. Denn die App beweist überhaupt gar nichts. Wenn die App einen Kontakt zu einer infizierten Person vermeldet, kann sich dabei immer noch eine Wand zwischen beiden beteiligten Mobiltelefonen befunden haben, so dass eine Meldung der App ohnehin nur als Hinweis gelten sollte, dass ein (kostenfreier) Test vielleicht angemessen sein könnte. Andererseits kann die App aber auch nichts aussagen, wenn sie keinen Kontakt erkannt hat, weil der entweder gar kein beteiligtes Telefon hatte (oder die App nicht), zu weit weg war, aber dank nicht-filternder Klimaanlage die Infektion doch verteilt, oder aus einem der schnöden anderen Gründe, warum Technik manchmal nicht funktioniert.

Was man mit so einer Zwangs-App allerdings schnell erreichen kann: Misstrauen. Was zu potenziell weniger Nutzern führt, womit die sinnhaftigkeit einer App gegen null tendiert.

Ergo: Axel Voss hat mal wieder durch sein Gebrabbel eine Diskussion vergiftet. Wer fragt den denn überhaupt? Oh, die FUDS? Ja, das passt.

Appnungslos

Die Regierung musste dann mal zugeben, wie nichts sie eigentlich in den letzten Monaten getan hat. Und zwar gab es im Digital-Ausschuss des Bundestages eine Reihe Fragen, auf die Vertreter der Regierung zugeben mussten, dass von der ominösen App, über die seit mindestens drei Wochen geredet wird noch überhaupt nichts steht. Spannendes Detail: Während die Pressesprecher der selben Regierung bei der Bundespressekonferenz behauptet haben, es gäbe Gespräche mit Apple gegeben, lässt die Regierung den Ausschuss wissen, es gab gar keine Gespräche also zumindest seit dem 22.4. was dann doch Fragen aufbringt: Woher kamen die Aussagen der Pressesprecher? Wie viele der Aussagen waren noch realitätsfern, und wie kam es dazu? Ich hoffe, die Pressesprecher lügen nicht bewusst, aber wenn sie keine Ahnung haben, warum sagen sie das nicht einfach? 

Davon mal abgesehen ist von einer App also noch gar nichts auch nur begonnen worden, obwohl die Regierung nicht nur durch Sprecher verbreitet hat, das wäre alles schon sehr demnächst fertig. Ich fühle mich da ja auch wieder nur leicht verarscht.

Rezesserwart

Meldung aus der 'Ja, ach?'-Ecke: Die Regier erwartet dann auch mal eine fiesigliche Rezession. Ob das wohl damit zusammen hängen könnte, dass größere Teile des Einzelhandels verboten wurden (und immer noch nicht alle wieder erlaubt sind), und es auch ohne Verbote eine massive Reduktion in diversen Branchen (spontan drängt sich mir Tourismus auf) geben dürfte, die eher nicht einfach so wieder zurückkommen?

Da hilft dann auch nicht, dass die Regier nicht nur keine Idee hat, wie es weitergehen könnte, sondern auch nicht in der Lage ist, ihre Entscheidungskriterien mal zu kommunizieren. Nach welchen Kriterien wird denn entschieden, wann und welche Geschäfte erlaubt werden? Ist die von Merkel erwähnte Zeit bis zur Verdoppelung diagnostizierter Infektionsfälle relevant? Die Reproduktionszahl, die aus den Infektionszahlen abgeleitet wird, die Zahl freier Intensivbetten für Covid? Oder gibt es am Ende gar keien Kriterien und die Regier agiert eben doch nicht fundierter als Dement Donny und entscheidet nach frei gewürfelten Kriterien? So langsam ist jedenfalls die Ausrede hinfällig, dass man ja nicht vorher planen konnte. Mal davon abgesehen, dass in diversen abgeschalteten Bereichen die Sperrzeit nicht genutzt wurde, um irgendwas für die Zeit danach vorzubereiten. Und die Ausrede, der Bund wäre da nicht zuständig, wirkt spätestens dann absurd, wenn sich eine Frau Bundeskanzlerin vor die Presse begibt um zu verkünden, was die Länder denn beschließen würden.

Dezendoch

Nach reichlich Hinweisen aus allen Richtungen wurde der Regierung vor einer Woche dann doch aufgefallen, dass ihr Plan, Kontaktverfolgung und sonstige Überwachungswünsche als zentralisiertes System haben zu wollen, doch nicht so toll ist, wie bis dahin von der Regier und Überwachungsfans propagiert. Und so verkündete am Wochenende der Braune Helge, die Regier werde irgendwas mit dezentral machen. Was übrigens auch der einzige Weg sein dürfte, um mit den von Apple und Google entwickelten Schnittstellen zusammenzuspielen. Es gibt da wohl bei iOS eine Beschränkung, dass Apps nicht im Hintergrund nach Bluetooth-Beacons fahnden dürfen, so dass Teilnehmer an derartigen Systemen bisher ständig ein entsperrtes iPhone dabeihaben müssen. Akzeptanz schafft sowas jedenfalls nicht.

Und nun schwenkt die Regier dann doch mal auf die Methoden um, die privatsphärenfreundlich und dank nicht so allmächtiger zentraler Infrastruktur auch mit weniger riesigem Aufwand entwickelt werden kann. Was übrigens schon einige Interessierte getan haben. Wenn nämlich im Netz quasi nur eine simple Datenbank steht, ist die Komponente ziemlich übersichtlich. Und die Apps, die auf den veröffentlichten APIs von Apple und Google aufbauen, sind auch keine unlösbaren Aufgaben. Da nach Sicherheitsrisiken suchen, dürfte ebenfalls mit vertretbarem Aufwand zu machen sein. Oder anders ausgedrückt: Ja, man bekommt nicht noch irgendwelche Zusatz-Auswertungen, weil man alle Kontakte aller Nutzer (potenziell weniger, weil Vertrauen fehlt) auch noch auswerten kann, hat dafür aber ein System, was ziemlich schnell fertiggestellt werden, und eingesetzt werden kann. Was ja angeblich das Ziel sein sollte.

Peppgumente

Es gibt bei Heise mal ein, wie ich finde, peinliches Interview mit einem der Köpfe hinter dem PEPP-PT genannten App-Projekt, was schon vor einigen Tagen angekündigt hatte, dass sie eine zentrale Datenspeichererung anstreben wollen. 

der größte Brüller da drin ist für mich dieses Zitat: "Von Epidemiologen höre ich beispielsweise, dass sich die Pandemie über eine Server-Lösung besser steuern lässt." Weder begründet das irgendwas, noch halte ich Epidemiologen für die Wissenden, wenn es um die Frage geht, wie man technisch so eine Plattform entwickelt. 

Ladenöffnungserlaubnis

Am vergangenen Mittwoch, dem 15. wollte die Regierung sich mal mit den Minipräsidenten abstimmen, wie es mit der weitgehenden Abschaltung aller öffentlichen Veranstaltungen wegen dem Virus weitergehen könnte. Immerhin bestanden die Kontaktverbote und Ladenschließungen fast vier Wochen, die Ladenbesitzer wurden öffentlich unruhig, und die offiziellen Statistiken deuteten darauf hin, dass der Virus kein akutes Problem darstellen sollte. Davon abgesehen, hatte das als Wissenschaft getarnte Ökonomen-Panel von der Leopoldina ein Papier fallen gelassen, in dem in Allgemeinplätzen stand, dass die Wirtschaft es bevorzöge, wenn Läden geöffnet wären. Und sobald möglich, sollten ein paar Aktivitäten in Schulen stattfinden.

Schon im Lauf des Vormittages sickerten aus allen möglichen Medien Gerüchte darüber, wie die weniger harten Einschränkungen aussehen könnten: Irgendwas mit kleinere Läden dürften unter Auflagen öffnen, größere Läden aber erst später, weil, äh, in kleineren Läden hat man ja mehr Platz, oh, warte. Oh, und auch der Regierung ist dann mal aufgefallen, dass sich schlecht verkaufen lässt, warum man nicht Abdeckungen für die Gesichter empfehlen sollte, wenn sich Menschen bei einigen Betätigungen unweigerlich näher kommen könnten. Eine Pflicht für Masken ließe sich dummerweise nur dann anordnen, wenn jeder Mensch auch einfach eine Maske bekommen könnte. Und nachdem schon für medizinisches Personal die einfachen Masken nicht in ausreichender Menge verfügbar ist, dürfte das schwer zu begründen sein.

So ähnlich sieht dann auch das offizielle Ergebnis aus: Es bleibt bei der offiziellen Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern. Läden bis 800 qm dürfen öffnen dürfen, größere Läden und Restaurants aber nicht. Eine Begründung dafür ist mir nicht begegnet. Schulen sollen ab Anfang Mai für die höheren Jahrgänge öffnen, und nachdem es bekanntlich nur Gymnasien gibt, denkt bei der Verlautbarung niemand daran, dass auch Abschlussjahrgänge mit weniger als 12 Jahren Schullaufbahn existieren. Darüber, wie Abstands- Händewach- und Gesichtsbedeckungsregeln in Schulen umgesetzt werden sollen (das sind die Gebäude, die dank Schwarzer Null komplett ohne Wartung ausgekommen sein dürften), erklärt die Bundesregierung nicht. Alles nähere sollen die Länder regeln. Oh, und beim Einkaufen und in Öffis wären Gesichtsbedeckungen nett, Pflicht gibt es aber keine, weil sonst der Bund ja Masken hätte haben müssen.

Während ich das hier schreibe, ist mir noch nicht begegnet, wie Hamburg die örtlichen Regeln ändern wird, und was das dann konkret bedeutet. Ich hätte zum Beispiel Bedarf nach einem Technik-Geschäft, und Koffeinhändler wären mir bei Gelegenheit auch nicht unsympathisch.

Tracapp

Eine Meldung von Karfreitag Abend war dann doch ziemlich überraschend: Und zwar arbeiten Apple und Google zusammen, um in ihren jeweiligen Mobilbetriebssystemen in Kürze (Mai) Funktionen anzubieten, auf denen Apps aufsetzen können, die zur Kontaktverfolgung bei Covid-Infektionen dienen sollen. Die Grundidee ist ja, dass jedes Smartphone eine regelmäßig wechselnde ID per Bluetooth aussendet, und Geräte in gefährlicher Nähe die IDs aus der Umgebung erfassen. Wenn jemand sich infiziert meldet, gibt diese Person das in ihrem Smartphone an, wo dann eine Liste der IDs die dieses Gerät hatte im mutmaßlichen Infektionszeitraum zu einer Datenbank gemeldet wird. Da schauen andere Geräte dann nach, und wenn sie eine ID wiederfinden, in deren Nähe sie waren, können die Geräte ihre Besitzer warnen, dass die Kontakt zu einer infizierten Person hatten. 

Was mir noch fehlt: Plätze, wo diese Datenbank landen kann, und Apps, die die zukünftigen Schnittstellen nutzen können, um ID-Sendungen zu aktivieren, regelmäßig die Liste gesendeter IDs vom Gerät zu erfragen, und bei positivem Test ihre ID-Liste zu melden, sowie gemeldete IDs mit gesehen IDs (hatte ich Kontakt mit einer der infizierten IDs?) abzugleichen und bei Überschneidungen die Anwender darauf hinzuweisen. Oh, und es wäre toll, wenn so ein Hinweis dann auch juristisch Konsequenzen haben dürfte (Krankschreibung, ein bis fünf kostenlose Tests auf Infektion). Das ist aber nichts, was Apple oder Google festlegen können, das muss die Politik lösen. 

Geld und Ungeld

Zwei Meldungen rund um Corona sind mir beim Blick in die Nachrichten aufgefallen. Während der Bundesfinanzscholz davon fabuliert, Boni (gemeint ist hier für akut systemrelevante Berufe, nicht irgendwelche Bankenvorstände) in der Krise irgendwie steuerfrei stellen zu wollen, fällt dem Arbeitsminister auf, dass in der Pflege noch nicht mal flächendeckend Tarifverträge gelten. Wer da an Boni glaubt, hat entweder ein leicht zu beeindruckendes Gemüt, oder hält sich in einer völlig anderen Realität auf.

Und dann gab es da noch Meldungen von allen möglichen Firmen mit Ladengeschäften, die akut geschlossen sind, und die deswegen keine Mieten zahlen wollen. Bei Karstadt-Kaufhof sehe ich das ja noch ein, hatten die doch ihre früher selbst besessenen Häuser vor der vorletzten Krise gerade abgeworfen, um dann in der letzten Krise von massiv steigenden Mieten überrascht zu werden. Da konnte ja niemand ahnen, dass es nicht viel braucht, bis die Firma wieder an der Pleite entlangschrammt. Bei anderen Firmen sind die Verhältnisse weniger klar. Wenig beliebt hat sich jedenfalls Adidas gemacht, die ziemlich früh angekündigt haben, dass sie auf Hausbesetzer machen würden, obwohl das Unternehmen zuletzt mit Milliarden-Umsätzen Millionen an Gewinnen verzeichnet hatte. Aber das Geld musste ja auch sofort an Aktionäre verteilt werden. Stellt sich raus, dass das vielleicht nicht ganz so nachhaltig war, wie es vorher aussah. Jedenfalls hat irgendwer bei Adidas bemerkt, dass die Firma leichte Erklärungsprobleme hat, hat eine Entschuldung (wer sich selbst als entschuldet bezeichnet, hat mit Entschuldigung nur wenig zu tun) geschrieben, und verkündet, dann doch für die Läden zahlen zu wollen. Ich glaub zwar nicht, dass die Eigentümer von meist innenstädtisch gelegenen, großen Immobilien super dringend das Geld aus Vermietung brauchen dürften, aber stilistisch wirkt so eine Mietverweigerung eben nicht gut. Oder wie fänden Adidas, H&M, Deichmann und Co das, wenn Kundschaft in Zukunft ohne Zahlen mit Produkten die Läden verließe? Ich glaube, das fänden die auch nicht so geil.

Corowachung

Während das öffentliche Leben weitgehend abgeschaltet ist bleibt die Politik nicht stehen. So hat der Bimbestag nachträglich einige der Beschränkungen in das Bundes-Infektionsschutzgesetz reingebastelt. Und wie in jeder größeren Krise haben auch wieder die Überwachungs-Fanatiker versucht, noch mehr Überwachung da unterzubringen, weil der Aufenthaltsort jedes Mobiltelefons ja bestimmt irgendwann mal miss, äh, gebraucht werden könnte. Dummerweise ist das doch noch aufgefallen und diese Änderung kam doch noch weg. Wer jetzt meint, so Miobilfunkdaten würden aber anderswo benutzt, dem sei ein Ausflug zu diesem Text von Linus Neumann empfohlen, der nicht nur aufschreibt, warum der Aufenhaltsort jeder Person nicht hilft, sondern auch Vorschläge unterbreitet, was technisch für das konkrete Problem helfen könnte.

Unterdessen gibt es im Politikbetrieb aber auch schon Forderungen (der Ferengis), dass der Lockdown nicht zu lange gehen möge, weil die Wirtschaft ja sonst stürbe. Und so ungern ich Herrn "Besser nicht regieren" zustimme, hat er schon indirekt einen Punkt. Denn wenn der Braune Helge sich vor die Presse begibt und vom Kaiserthron verkündet, vor dem 20. April werde man ohnehin nichts tun, vermisse ich in der politischen Öffentlichkeit Kriterien, die an die Wissenschaftler gegeben werden, unter denen die Öffentlichkeit wieder hergestellt werden könnte. Der weitgehende Stopp sämtlicher Läden war ja kein Selbstzweck, von daher erwarte ich, dass die Politik konkrete Ziele verkündet, nach deren Erreichen die weitgehende Quarantäne gelockert werden kann. Und während die Politik genau das nicht tut, hat sich der Virologe Alexander Kekule im mdr nämlich mal ins Benehmen gesetzt: Bei dem ist das Ziel, dass die Anzahl Infektionen nicht mehr exponentiell steigen sollte, weil man dann wieder mit Maßnahmen wie Nachverfolgung von Kontakten der Infizierten, Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsteile, und allgemeinen Abstandsregeln ("Smart distancing") eben gerade doch Geschäfte wieder öffnen kann. Und dann kann auch irgendwann so etwas wie Normalität einkehren, anstatt dem aktuellen Zustand. Das wäre dann nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die geistige Gesundheit der Bevölkerung hilfreich.

Olympschiebung

Eine Nebenwirkung vom Virus war schon seit einiger Zeit in der Debatte: Und zwar soll dieses Jahr im Sommer eigentlich Olympia stattfinden, aber weder lässt sich erahnen, ob zu dem Zeitpunkt überhaupt Großveranstaltungen stattfinden sollen, noch können die Sportler wie gewohnt trainieren. Da wäre also ein Termin eine ziemlich blöde Idee. Die Frage ist mehrfach bei den IOC-Verantwortlichen eingeworfen worden, die aber wie in Geldfragen reagiert haben: Gewinne nehmen sie mit, Schulden ignorieren sie. Und so hieß es auch, dass der Termin beibehalten werden solle. Das hat sich dann erst vor einer Woche geändert. Neuer Stand: Olympia 2020 wird nicht 2020 in Tokio stattfinden. Sondern erstmal für 2021 geplant, in der Hoffnung, dass da dann alles klappt.

Corona-Sperren

Zum Wochenende ab dem 20. hatte sich schon abgezeichnet, dass neue Einschränkungen für das Volk drohen könnten. So war es zwar überraschend, als am 20. der Saubayer Söder verkpndet hat, dass niemand mehr rausgehen soll, es sei denn, man hätte nen guten Grund. Wobei in der Liste möglicher Gründe immer noch Sport drin stand. Also rausgehen, um rumzulaufen sollte weiter möglich sein. Ansonsten Arbeit, Einkauf, wichtige Erledigungen. Dann kamen kurz danach weitere Bundesländer mit ähnlich rabiaten Einschränkungen an die Öffentlichkeit. Für Hamburg gab es dann eine Pressekonferenz, wobei die Details der Einschränkungen erst noch auf sich warten ließen: Ansammlungen ab sechs Personen wurden verboten. Arbeit, Einkauf, rumlaufen noch okay, ebenso diverse Geschäfte (für mich wichtig: Waschsalons durften öffnen), weder Friseure noch Restaurants dürfen aber Gäste reinlassen. Was ich da vermnisst habe: In der recht detaillierten Liste an Ausnahmen stand nicht, dass es in Ordnung sei, sich beim Warten auf Bus oder Bahn anzusammeln. Mag sein, dass das pedantisch ist, aber wer hat angefangen mit den detaillierten Regeln?

Der nächste Termin war dann am Sonntag, dem 22., wo Bund und Länder nochmal geredet haben. Ein Rausgehverbor kam auch da nicht raus, aber alles, was über zwei Personen hinausgeht, wurde verboten. Und das sollte mindestens zwei Wochen anhalten. Im Detail verbietet die neue Regelung also alle Treffen von mehr als zwei Personen, es sei denn da geht es um Arbeit, irgendwas mit Gerichten oder Medizin, oder die Leute wohnen ohnehin zusammen (weil dann würden die sich ohnehin infizieren, vermute ich). Diverse Betriebe sind ausgenommen (Waschsalons tauchen wieder auf), draußen Essen ist jetzt auf einmal bäh, dafür ist irgendwem aufgefallen, dass mit der absurden Obergrenze von zwei Personen jeglicher ÖPNV verboten würde (außer in extrem nachtigen Zeiten, wo ohnehin kaum jemand an einer Haltestelle wartet), und so sind Haltestellen dann doch wieder erlaubt.

Ob diese ganzen Einschränkungen wirken können, weiß niemand. Die Wissenschaft kann nichts dazu sagen, und die Politik hat offensichtlich auch keine Ahnung, was sie da eigentlich vorschreibt. Mich wundert da besonders der Hinweis auf eine Mindestdauer, würde ich bei derart harten Einschränkungen der Freiheiten aller Bürger doch eine Höchstdauer viel sinniger finden, nach deren Ablauf die Politik dem Volk gegenüber darzulegen hätte, warum die Einschränkungen denn wirtklich noch nicht reduziert, oder gar aufgehoben werden können. Aber das würde ja eidenzbasierte Politik verlangen. Sowas machen wir ja nicht.

Exklusivhilfe

Die aktuelle Pandemie (SARS CoronaVirus 2) bringt schön zu Tage, was so gesellschaftlich alles schief ist. Ich deute da mal nur an, dass von medizinischem Pflegepersonal und weiteren 'Hilfs'-Berufen gerade akut hohe Arbeitsleistung verlangt wird, die Bezahlung aber schon seit lagem unterirdisch ist. Worauf ich mal den Blick wenden will ist eine Meldung vom Wochenende 14., 15. März, als es hieß, dass eine Firma aus Deutschland, die irgendwo auf der Suche nach Impfstoffen (ich dachte, da wäre die Forschung an einem Punkt, wo die Tests zur Zulassung noch im Wg stünden, mal davon abgesehen, dass es keine Produktionswege bisher gibt?) oder irgend einer Behandlungsmethode gegen den Virus einen Vorsprung hätte, diese Firma wolle sich Dement Donny aus Moronien exklusiv unter den Nagel reißen, damit nur seine Leute deren Leistungen bekämen. Verhindert (oder doch nur verzögert?) hätte das ein Großaktionär Hopp, der im Rasensport gerade wegen seiner Bezahlung eines Rasensportvereins von gegnerischen Fanatikern beleidigt worden war.

Mal davon abgesehen: Worin läge noch gleich der Sinn, wenn sich bei einem Impf- oder Behandlungsweg einzelne Firmen Exklusivrechte zulegen? Wann kommt der Punkt, an dem eine Gesellschaft sagen muss, dass das Wohl Vieler Millionen deutlich schwerer zu wiegen hat als das Vermögen von Investoren? Für Firmen hat die Regierung ja auch schon kurzfristig Geld locker gemacht, aber Kleinkünstler, denen gerade die Einnahmen wegbrechen, weil Veranstaltungen nicht stattfinden, bekommen davon auch nichts ab. So langsam finde ich, haben wir Kapitalismus durchgespielt. Da kist genug Schlecht dran, dass es Zeit für alternative Gesellschaftsformen ist, in denen nicht das Wohl Einzelner über dem Wohl ganzer Gesellschaften angesehen wird.

Coreaktionen

Dass der SARS-CoV2-Virus vielleicht doch nicht so gar kein Problem sein könnte, hat vor einer Woche selbst Dement Donny, der den US-Präsidenten spielt, bemerkt worden. Und dann hat er schnelle und vollständige Reaktion gezeigt, indem er die Pandemie-Abteilung der CDC, die er zwei Jahre vorher komplett rausgeworfen hat, wieder installiert hat. Nein, natürlich nicht. Stattdessen hat er erlassen, dass niemand aus den Schengen-Staaten einreisen dürfe, weil es da ja Orte gibt, wo der Virus rumvirt. Okay, in VSvA gibt es schon seit mindestens Mitte Januar Ecken, wo der selbe Virus unbemerkt zirkuliert, aber das weiß Dement Donny ja nicht.

Unterdessen in Europa: Italien ist in einem weitgehenden Stillstand angelangt. In besonders viren-geschädigten Gebieten sind nur noch ganz wenige Geschäfte geöffnet, die Öffentlichkeit fällt aus. In Deutschland gibt es eine Empfehlung des Bundesministers für Moral, dass Veranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern vielleicht besser nicht stattfänden. Für Hamburg ist die Emfehlung dann weitergegeben worden, Dom ist zum Beispiel abgesagt. Ob gleichzeitig sämtlioche Rasensport-Ereignisse auch abgesagt wurden, wüsste ich aus dem Stand gar nicht. Wo der Föderalismus besonders gut zu sehen ist: die Frage, ob Schulen vielleicht besser geschlossen bleiben/werden. Niedersachsen beabsichtigt das, aus anderen Ländern ist laut vernehmbares Murmeln in den Nachrichten, aber eine einheitliche Handlungsweise ist nicht erkennbar. Weil in Deutschland nämlich nicht gilt, was die EU in Richtunge Dement Donny mitgeteilt hat: Dass dem Virus Staats- und Ländergrenzen nämlich völlig egal sind.

tweetbackcheck