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Content-Mafgriff

Und dann war da noch die Geschichte mit der Content-Mafia, die wild um sich beißt, und sich einbildet, DNS-Zensur auch von völlig Unbeteiligten verlangen zu dürfen. Konkret geht die Mafia da Quad9, den Betreiber der DNS-Server mit der leicht merkbaren IPv4-Adresse 9.9.9.9 an. Weil, und hier wird es noch absurder: Bei einem Sharehoster(!) wäre irgendwo irgendwas gehostet, von dem die Mafia behauptet(!!) Rechte zu verwerten, und da ist ja völlig klar, dass man irgend einen DNS-Serverbetreiber anpissen muss, weil dessen Server wahrheitsgemäß den Namen des Sharehosting-Servers auf dessen IP-Adresse auflösen.

Erstmal ist es überhaupt absurd, dass DNS-Server immer noch lügen können (hallo, DNSSec?). Dass die Content-Mafia mit ihrem Mafia-Kartell gerade Netzbetreiber dazu bringt, dass deren Server lügen sollen, ist schon schlimm. Aber jetzt bildet die Mafia sich auch noch ein, unbeteiligte Dritte anpissen zu können.

Unterdessen in Absurdisland: Die Bimbesregierung hat ein Gesetz im Bimbestag beschlossen, dass Netzprovider den Spionagediensten helfen müssen, absolut Jedes Rechengerät zu verwanzen. Ich sehe die Forderung der Content-Mafia nach Geräteverwanzung geradezu vor mir. Und jetzt ist mir schlecht.

Mafiastag

Während die Bevölkerung gerade abgelenkt ist (Corona, Israel-Palästina, erstes Geschwafel zum Wahlkrampf) hat der Bundestag am 20. mal eben die Verschärfung der Urheberverwertungsrechte beschlossen. Da sind die bekannten Regelungen drin wie Upload-Filter (von denen eine gewisse C-Partei noch 2019 behauptet hat, dass die nicht kommen würden, aber das war ja nur gelogen), Lügenschutzgeld für, ja wen eigentlich? Der Sprixel-Anger-Verlag braucht den quatsch nicht, aber die kleineren Verlage werden so aus dem Netz gekickt. Oh, und außerdem geht damit dann Geld der Autoren an Verlage, die für das Geld nicht nur nichts getan haben, sondern eigentlich auch gar kein Recht haben, das Geld zu bekommen. Oder kurz: Alles scheiße.

Zensurheberrecht

Ein Nachrichtenbereich, der länger nicht mehr akut auffiehl, macht mal wieder auf sich aufmerksam: Die Content-Mafia hat ihre vor Jahren angefangenen Bestrebungen von Zensursula-DNS-Manipulationen jetzt auf dem Privatweg bei Providern eingekippt. Und da dachte man, das Thema wäre dann mal endlich tot, wenn ja selbst die früheren Proponenten von dem Quatsch nicht mehr Zensursulierend durch die Medien geistern, aber nein. Sowas macht Politikbeobachtung einfach nur ermüdend.

Wietube-dl

Erbauliche Meldung aus der Content-Mafia-Ecke: GitHub hat dank EFF die Gonaden gefunden und das wegen Behauptung von angeblichen Raubmordkopien gesperrte Git-Repo von YouTube-dl wieder freigeschaltet. Weil, wie wenig überraschen sollte, da keine Rubmordkopien in dem Repo lagen. Die Content-Mafia lügt einfach. 

Mafsperr-DL

Neues von der Content-Mafia: Da ist wem aufgefallen, dass der Video-Downloader youtube-dl Verweise auf content-mafiierte Inhalte in der Dokumentation hatte, und weil die Content-Mafia ohnehin nur zerstört, gab es dann eine Behauptung von Raubmordkopierterrorismus, und das GitHub-Repository wurde gesperrt. Hilft zwar niemandem, aber auch das ist den Mafiosi egal. Irgendwo im Netz ist mir schon die Argumentation begegnet, dass vor Gericht die Behauptung keinen Bestand haben dürfte, aber erstmal gibt es da niemanden, der sich akut drum bemühen würde. Die Inhalte des gesperrten Repo sind übrigens inzwischen schon weiter verteilt als vorher. Falls irgendwer dachte, so eine Sperrung würde wirklich jemanden abhalten.

Maforderungen

Neues von der Regier: Die Gesetzesänderungen für die Content-Mafia, die über die EU eingetütet wurden, tauchen wieder auf. Einerseits hat jemand im Kandisbunzleramt (ich rate mal: Dorothee 'bis hin zu Urheberrechtsverletzungen' Bär wäre spontan verdächtig für die Content-Mafia tätig zu sein) findet, der letzte Vorschlag, der Überschriften doch erlaubt hätte, wäre zu viel. Ich finde ja, wer weniger als acht Worte erlauben will, hat im Internetz nichts zu suchen.

Und dann ist auch der Upload-Filter wieder aufgetaucht. Das Justizministerium würde den noch verhindern wollen. Ob das auch international funktionieren kann, wage ich ja mal zu be3feln.

Lügenschutz-Ausblenderlaubnis

Neues von der Content-Mafia: Die haben sich zwar das Lügenschutzgeld erlobbyiert, aber das hilft nichts, wie ein einfacher Blick auf das (ungültige, weil nie notifizierte) deutsche Gesetz zeigt. Denn Google kann ja einfach Ansage, dass sie nur Webseiten verlinken, die nicht dafür Geld verlangen. Hoffnung der Mafia war, dass im Medienstaatsvertrag eine Regelung aufgenommen würde, die Google zur Anzeige zwingen könnte. Stellt sich raus: Stand jetzt ist davon nichts zu sehen. Oder anders ausgedrückt: da hat die Mafia sich mal wieder energisch in den eigenen Fuß geschossen. Gut so, finde ich. 

Lügenschutzitik

Und dann haben sich beim Justizministerium mal Experten zum ersten Wurf des neuen Lügenschutzgelds geäußert. Wenn ich da nichts übersehe, gibt es keine Wortmeldung, die das gut findet, was das Ministerium plant. Was jetzt aber auch nicht wirklich überraschend ist. Immerhin hat das (illegale, weil nie bei der EU vorgelegte) deutsche Lügenschutzgeld nur Millionen verschlungen, aber keinem Urheberverwerter oder gar Urheber geholfen.

Ich habe bei dem Quatsch ja inzwischen den Verdacht, dass der Springer-Verlag die Granate nur den verbliebenen Verlegern vor die Füße geknallt hat, weil er selbst ja mit Publikationen immer weniger Geld verdient. Und wenn die anderen Verleger das dann auch nicht tun, ist das vielleicht irgendwie gut.

Zensursudoch

Eine Meldung aus der 'das hatten wir vor zehn Jahren schonmal'-Ecke: Die Content-Mafia nutzt die eigentlich ja nur für ganz andere Zwecke vorgesehene Sperr-Infrastruktur und lässt ihr unpassende Webseiten aus dem Internetz verschwinden. Womit sich dann bewahrheitet, was genaue Beobachter schon seit dem Verbalausfall von Dorothee 'bis hin zu Urheberrechtsverletzungen' Bär erahnen konnten: Bei der ganzen Zensur-Infrastruktur waren Kindesmissbrauchsaufzeichnungen nur vorgeschoben, es ging immer schon darum, dass die Mafia beliebige Webseiten loswerden wollte.

Manchmal ist es wirklich ermüdend, wenn sich rausstellt, wie Recht man schon vor Jahren hatte.

LügenschutzGH

Liebe Verleger,

Als ihr euch vor ein paar Jahren das Gesetz zur exklusivverwertung einzelner Worte gekauft habt ("Leistungsschutzrecht für Presseverleger", wegen der Unmengen an Lügen von mir gerne als Lügenschutzgeld bezeichnet) habt ihr hoffentlich nicht zu viel bezahlt. Denn inzwischen hat sich der Europäische Gerichtshof mit den Gesetz befasst, und eine klitzekleine Formalie entdeckt (gut, die hat Julia Reda schon vor Jahren gefunden, aber wer ist schon so eine damalige EU-Abgeordnete): Und zwar hat die Regier bei dem Gesetz zu sehr gehetzt, und das eben nicht für die vorgeschriebenen drei Monate bei der EU rumliegen lassen. Und so sagt das EU-Recht, dass das Gesetz nicht angewendet werden darf. Ich hoffe, die gigantischen Einnahmen, die die Lobbyisten versprochen haben von dem früheren Verlag, der inzwischen mit Werbeblättchen mit pseudojournalistischem Fülltext gar nicht mehr so viel Geld macht. Aber, liebe Verlüger, seht es doch mal positiv: Das Gesetz hat ja ohnehin nie Geld eingebracht. Da ist doch gut, dass das jetzt weg ist. Oh, und das über die EU-Verwerterechtsreform wieder reinlobbyierte Lügenschutzgeld, das könnt ihr auch gleich sein lassen.

Mafpagne

Erinnert ihr euch an die VG Mafia, oh, sorry. Die nennt sich öffentlich die Verwertungsgesellschaft Media. Die hat die Springer-Mafia vor ein paar Jahren übernommen, um so ihre Lügenschutzgeldforderungen einzutreiben. Von der VG Mafia also hatte Netzpolitik kürzlich ein Papier zur Lobbystrategie an die Öffentlichkeit gezerrt. Lustig wurde es, als mir dann Anfang der Woche in den Nachrichten Propagandasprüche aus dem Papier in den Nachrichten entgegenfielen und dabei nicht als 'Propaganda der Lügenschutzgeld-Mafia' betitelt waren, sondern so taten, als handele es sich um berechtigte, wohldurchdachte Diskussionspositionen interessierter Wirtschaftsvertreter.

Der VG Mafia ist dann irgendwie mitgeteilt worden, dass ihre Propaganda aufgeflogen ist, und sie schwurbelt als Reaktion rum, so wäre das ja gar nicht gemeint gewesen. Doch. Genau so war es gemeint. Bloß blöd, dass eure Lügen dieses Mal schon vorher geleakt sind. Ich bedanke mich dann auch mal bei der Quelle, die Netzpolitik die Informationen hat zukommen lassen.

Depublende

Zur Abwechselung gibt es mal erbauliche Meldungen aus der Mafia: Und zwar war am Freitag Treffen der Ministerpräsidenten der Länder, die das völlig staatsferne ÖR-Programm mit Gesetzen in Form eines Bundeseinheitlichen Staatsvertrags steuern. Die Verleger hatten vor einigen jahren rumgeheult, dass die Öffentlich-Rechtlichen so ein großes Problem für sie wären, und dafür lobbyiert, dass die Sender gefälligst Downloadangebote nur zeitlich begrenzt zur Verfügung stellen dürfen. Danach müssen die fertigen Sendungen aus dem Netz verschwinden (depubliziert werden), weil Verleger ja keine neuen Texte veröffentlichen können, wenn man sich alte Radio- oder Fernsehsendungen noch ansehen und hören kann. Oder so.

Die Ministerpräsidenten haben dazu nun also beschlossen, dass das weg kann, oder zumindest weniger hart eingestellt. Denn inzwischen behaupten selbst die Verleger nicht mehr, dass sie darunter leiden würden, dass ÖR-Archive im Netz zugänglich sein könnten. Ja, ich bin auch total überrascht, dass Verleger unwahre Behauptungen aufstellen könnten. Die sagen doch sonst immer die Wahrheit... 

Ich wage dann mal die Frage zu formulieren, ob die Verleger, die die bescheuerte Löschungsorgien bestellt haben, davon auch etwas bezahlt haben. Ich vermute mal nein.

Das heißt nun nicht, dass ich die Öffis von Kritik ausnehmen wollte, alleine die extrem einseitige Berichterstattung über Katalonien in zumindest der Tagesschau fällt für mich nicht unter Journalistisch gerechtfertigt. Aber Verleger, die da auch noch reinpolitisieren wollen (siehe das Gerede vom Staatsfunk der Content-Mafiosi), das geht auch nicht an.

Klaleger

Neue, dumme Idee der Verleger: Die haben den RBB verklagt, weil auf dessen Webseite etwas zu finden wäre, was man auch auf den Webseiten ihrer eigenen Erzeugnisse finden kann: Nachrichten. Und deswegen sei die Seite "presseähnlich". Was auch immer das sein soll. Das idiotische Spiel mit "presseähnlichen" Veröffentlichungen der Öffentlich-rechtlichen Sender spielen die Verleger ja schon länger (erinnert sich noch jemand an die Tagesschau-App, die verboten wurde, weil Ausdrucke der App von einem Tag "presseähnlich" gewesen seien?). Dass sie damit ein ernsthaftes Geschäftsmodell hätten, behaupten ja nicht mal die Verleger.

Wenn die mir endlich mal den Gefallen tun würden, pleite zu gehen. Das wäre nett.

Lügenleger

Der Zeitungsverlegerverband lässt ausrichten, ein Lügenschutzrecht nach Oettinger, also mit ganz viel ohne Ausnahme würde Links doch nicht verunmöglichen. Und man wisse gar nicht, warum das jemand sagen würde. Nun, hoch ehrlose Verlügervertreter: Vielleicht liegt das daran, dass ihre Mitglieder dank gesteigertem SEO Links ohne Worte verunmöglichen, aber die ausnahmslose Anwendung des Lügenschutzrechts gerade jede Nutzung eines exklusiv von einem Verleger verwerteten Wortes mit einer Zahlungspflicht verbinden dürfte. Oder wollen Sie, unehrenhafte Lobbyisten, die völlig faktenfern behaupten, Suchmaschinen würden sich an ihrem sogenannten "Content" bereichern, etwa anderen Leuten vorschreiben, welche Fakten für die zu gelten hätten?

Mal so ganz unter uns: Google wird natürlich nie dafür zahlen, dass Werbebegucker auf Webseiten geschickt werden. Das hätte man nach dem belgischen Gerichtsurteil von vor mehreren Jahren wissen können, als Google die dortigen Verleger aus dem Index gekickt hat, und die erst wieder aufgenommen hat, als die juristisch sauber versichert haben, dass sie keine zahlungen verlangen würden. Das konnte man in Deutschland nach dem bescheuerten Lex Springer erkennen, wo Google sich versichern lassen hat, für Links nicht zahlen zu müssen. Als Springer die "wiederrufliche Gratiseinwilligung" für einige Webseiten nicht geben wollte, tauchten deren Seiten im News-Index ohne Text und Bilder, und natürlich auch getrennt von anderen Meldungen zum gleichen Thema auf. Und dann konnte man auch aus Spanien lernen. Da hatte die Content-MAfia sich ein Lügenschutzrecht erlobbyiert, in dem niemand kostenlos verlinken dürfen sollte. Google hat daraufhin das News-Angebot in Spanisch abgeschaltet. So, liebe Verlüger: Wem macht ihr jetzt noch was vor? Und warum?

Lüginger

Neues vom Lügenschutzgeld: Bekanntlich will der nach Brüssel entsorgte Oettinger ja für die ganze EU das Lügenschutzgeld, was in Deutschland und Spanien bereits krachend gescheitert ist. Und als Reaktion auf die Wortmeldungen der vielen Verlags-Onliner, die zuletzt mit Statistiken unterlegt gezeigt haben, warum es eine bescheuerte Idee wäre, Suchmaschinen (namentlich die mit den mehreren Vokalen hintereinander) vom Verlinken abzubringen, als Reaktion darauf faselt Oettinger, dass er auf die nicht hören will, sondern lieber die Verlegerverbände und ihre Lobbyisten anhört. Die schon beim deutschen Lügenschutzgeld mit Häufungen von Unwahrheiten auffielen. Oder anders ausgedrückt: "Belästigen Sie mich nicht mit Tatsachen, die meinem Glauben widersprechen würden".

Da weiß man, was man hat. Beziehungsweise dank dann drohender Link-Steuer eben nicht mehr hat. Aber dazu ließ der Herr Münchhausen Oettinger wissen, es werde irgendwie keine Link-Steuer geben. Man darf dann vermutlich nur für jeden Link bezahlen.

Und ich lerne daraus, dass es eine blöde Idee war, den ausgemusterten Politiker in Brüssel endzulagern. Der strahlt da gefährlich.

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