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Europe's Next Banken-Bumm

Hallo und herzlich willkommen zur neuen Staffel von Europe's Next Banken-Bumm!

Erinnert ihr euch noch, wie vor nicht ganz zehn Jahren erst die Immobilienpreise in USA implodiert sind, und daraufhin reihenweise Banken ebenfalls in sich zusammengefallen sind? Wo die US-Regierung (das war noch Herr W., wenn ich die Jahreszahlen da richtig im Hinterkopf habe) sich einbildete, dass die Bank der Gebrüder Lehmann ruhig pleite gehen könnte. Stellte sich danach raus, dass das ne blöde Idee war. Hierzulande machte neben der Bank namens Commerz die Bad Bank der Hypo-Vereinsbank unter dem Namen Hypo Real Estate die größten Wellen. Da sind Garantien in Größenordnung eines Staatshaushaltes (ich habe eine Zahl von knapp nördlich von 150 Milliarden im Gehör) versickert, Papiergeld von bummelig 60 Milliarden. Oh, und ein paar Staaten mussten Banken 'retten', die "too Big to Fail" waren. Die Staaten hatten danach Schulden an der Backe, die dank Herrn Schwäbische Hausfrau durch erwürgen der Staaten irgendwie beglichen werden sollten, aber bis heute nicht sind. 

So, und nun kommt der Trailer für die nächste lustige Runde Banken-mit-Geld-bewerfen: Der Chefgnom der Bank, die lustigerweise Deutsche heißt, bestellt schon mal bummelig 150 Milliarden. Für alle Banken in Europa. Was garantiert nicht reichen wird, wenn wir aus der Vergangenheit irgendwas gelernt haben dürfen. Oh, und keine Angst: Die Einlagensicherung wird niemals ausreichen, auch nur eine mittelgroße Bank aufzufangen, die sich an Endkunden richtet. Aber anders als beim letzten Bumm sind Merkel und Finantminister Steinbrück, ach, der heißt ja jetzt anders, noch nicht in die Öffentlichkeit getreten um zu verkünden, jemandes Einlagen seien sicher. Ich überlasse dem geneigten Leser die Entscheidung, ob das daran liegen könnte, dass die Einlagen nicht sicher sind, oder ob Merkel noch nciht fertig ist mit ihrer Raute.

jedenfalls drohen die Banken damit, das zuletzt erfolgreiche Konzept des "schöne Weltwirtschaft habt ihr da. Wäre doch schade, wenn der etwas zustoßen würde" wieder aufzulegen. Und seit dem letzten Bumm sind die fettesten Banken noch weiter gewachsen.

Griebel

Im Bimbestag ist eigentlich Sommerpause, aber uneigentlich gibt es da noch die Kleinigkeit an Bankensubvention, die formal noch beschlossen werden will. Das "Hilfspaket für Griechenland", in dem weder Hilfe, noch irgendwas für Griechenland enthalten ist. Aber formal tun alle Beteiligten so, als ginge es darum, dass "die Pleite-Griechen" Geld bekommen würden. Und so wird am Mittwoch großes Getöse veranstaltet, die Mehrheit der achtzig-Prozent-Mehrheit und vielleicht die Grünen werden einem Papier zustimmen, was niemand von denen komplett gelesen haben wird, geschweige denn verstanden. Und in der Folge wird weiteres Geld in Banken versenkt werden, während das griechische Volk noch weiter ausgepresst wird. Das ist ja alles bekanntlich völlig alternativlos.

So ganz nebenbei gab es neulich eine Untersuchung, die ermittelt hat, dass durch die sinkenden Zinsen für deutsche Staatsanleihen seit Beginn der Banken-Implosion der deutsche Staat bummelig hundert Milliarden Euro weniger ausgegeben hat als wenn die Zinsen auf Vorkrisen-Niveau geblieben wären. Das heißt, Deutschland alleine könnte es sich leisten, die gesamten Schulden aus den bisherigen "Hilfspaketen" komplett zu erlassen, und käme immer noch mit einem Gewinn raus. Dass das nie passieren wird, ist aber natürlich ebenfalls Alternativlos.

Grieferendum

Spannung gestern in Griechenland: Das Volk wurde (eher symbolisch) befragt, ob es das "Angebot" der Gläubiger annehmen wollte, was bis 30.6. galt, und weitere Rentenkürzungen, Steuererhöhungen für Arme und ähnliche sympathische Dinge enthielt. Als Gegenleistung für die fortgesetzte Erwürgung gab es: Nichts. Pro forma noch ein paar Monate "Geld", was aber nicht mal auf griechischen Konten gelandet wäre, bevor es direkt zu Gläubigern weitergeleitet worden wäre.

Die andere Alternative ist weniger klar ausgearbeitet und enthält im Kern das Angebot Griechenlands, dass bei eienr offiziellen Insolvenz des Staates diverse Derivate ziemlich teuer werden könnten, was von den Auswirkungen her vergleichbar sein dürfte zur Insolvenz eienr gewissen Lehmann-Bank aus USA. Da implodierte damals nur ein Bankensystem weltweit, und die Kosten sind bis heute nicht vollständig erfasst, geschweige denn bezahlt. Unter Anderem ist die griechische Staatspleite eine Auswirkung der Lehmann-Bank. Die Hoffnung der Regierung in Griechenland ist wohl, dass Merkel und Schäuble vielleicht irgendwann mal anfangen zu denken, und vielleicht sogar zu der Erkenntnis gelangen, dass aus einer Wirtschaftskrise wie in Griechenland der Weg nicht durch weitere Reduzierung der Staatsausgaben (erwürgt die letzten Reste der Wirtschaft dort und führt zu massiven Armutsproblemen der Bevölkerung, wie man gerade gut sehen kann) führt, sondern der ohnehin nötige Schuldenerlass passiert (wie in den 1950ern ein gewisses Land Deutschland von einem gewissen Land Griechenland ihn bekommen hat). Und dann, wenn der Staat nicht nur irgend welche internationalen Banken bezahlt, kann die Wirtschaft vielleicht auch wieder wachsen, was durch mehr Steuern zu mehr Geld beim Staat führt, was letztlich dazu führen kann, dass der Staat auch wieder Geld ausgeben kann.

Nun wurde also das volk befragt, ob es den Staat erwürgen lassen will, oder den (so noch nie ausprobierten) Verhandlungsweg einschlagen. NAch ersten Prognosen sieht es aus, als würde das Volk den zweiten Weg wählen. Wetten, dass Merkel und Schäuble bei der Nachricht kotzen?

Griejubel

Griechenland wird ja ganz langsam wieder an die Märkte geführt. Erst vor kurzem gab es eine erste Anleihe für die Märkte, die natürlich gut ankam, weil jedem klar sein darf, dass nicht die Finanzkraft von Griechenland die Werte garantiert, sondern die Banken-Rettungsfonds. Mal ganz davon abgesehen, dass die Anleihe trotzdem weiter den Schuldenstand des Landes erhöht.

Gestern gab es dann mal Wirtschaftszahlen, und während eine Nachrichtenagentur (Quelle: Nachrichtenagentur) sich auf den Unterschied zu den letzten Zahlen (12 Prozent) konzentriert hat, berichtet Lost in EUrope die Schuldenquote in Prozent des BIP, und die ist erwartbar mies: 175 Prozent.  Spontan fallen mir da zwei Gründe für ein: Erstens hat das Land gigantische Verbindlichkeiten bei den Bankenrettern, und durch das von Merkel und Troika verlangte Gespare praktisch keine Wirtschaftsleistung. Entsprechend ist der Schuldenstand relativ zur Wirtschaftsleistung logischerweise weit jenseits gesunder Verhältnisse. Auswege gäbe es jetzt in verschiedenen Richtungen. Man könnte Schulden schlicht erlassen (das hat umgekehrt Griechenland gegenüber Deutschland nach einem gewissen Weltkrieg mit der Nummer zwei auch getan), den Konsum ankurbeln, indem man Geld ohne zwingende Gegenleistung in das Land bringt (und nach allem, was ich so am Rande mitbekomme, ist das Land wenigstens teilweise auf der Ebene eines Entwicklungslandes). Außerdem erscheint es wenig sinnvoll, nicht lebensnotwendige Anschaffunden des Landes beizubehalten. Konkret schwebt mir da die Geschichte eines U-Bootes vor, auf dessen Verkauf Deutschland bestanden haben soll. Für solchen Kram ist das Geld mal noch weniger da als für andere Themen.

Aber vor der Europawahl wird wohl nichts mehr passieren, und wie es danach weitergeht, werden wir abwarten müssen. Gut sieht es jedenfalls nicht aus.

Troible bricht Verfassungen

Die Meldung, dass in Portugal das Verfassungsgericht das Totspar-Gesetz als verfassungswidrig verworfen hat, hatte ich hier ja noch gar nicht. Genauso wenig wie die Meldung, dass der Regierungschef jetzt meint, dass ja die Richter Schuld daran wären, dass er Schäubles Befehlen gehorcht und noch töter totspart. Auf die Idee, dass die Richter das Gesetz nicht gemacht haben dürften, kommt der Tüp nicht. Also nochmal zum Mitmeißeln: Wenn die Regierung in Portugal ein Gesetz macht, was (schon wieder, wenn ich das richtig mitbekommen habe) gegen die dortige Verfassung verstößt, dann ist das nicht Schuld der Regierung, sondern Schuld der Richter, die das festgestellt haben. Weil, öhm, hätten die Richter doch mal das Richten sein lassen können. Also echt jetzt. Wo soll das noch hinführen, wenn sich Gesetzgeber an sowas halten sollen. Hauptsache die Die Märkte sind happy.

Zyprews

Neues aus Zypern: erst gab es den Verdacht, dass auffällig viel Geld abgezogen wurde kurz vor dem Stopp aller inländischen Geldbewegungen, dann ist der Finanzminister zurückgetreten. Nachdem das Land jetzt gezwungen werden dürfe, sich totzusparen, wird das vermutlich nicht der letzte Rücktritt gewesen sein.

Zyprettung (2)

Apropos Kompromiss: Die alternativlose EU hat in der Nacht zu Montag beschieden, dass Zypern ausnahmsweise doch nicht sofort bankrott gehen soll. Und großzügigerweise müssen auch nicht alle Kontoinhaber dafür blechen, dass sich Banken verzockt haben, und Schäuble dabei so viel Mist verbrochen hat, dass nach den Griechischen auch die zyprischen Banken zusammengebrochen sind.

Und nur, falls es jemand vergessen haben sollte: Das ist alles immer noch die selbe Bankenkrise, die seit 2006 tobt, auch wenn die seit einiger Zeit als Euro- oder Staatsschuldenkrise verkauft wird.

Zyprö

Neueste Entwicklungen aus Zypern: Erstmal hat das Parlament die Idee abgelehnt, jeden Konto-Besitzer im Land zu schröpfen. Dann ist mir ein Schuldiger der Krise begegnet, und zuletzt gab es Meldungen, der russische Arbeitgeber eines Ex-Kanzlers wäre daran interessiert für Förderrechte nach Gas die geforderte Summe von 6 Mrd Euro beizusteuern. Ach, das lustigste an der Sache ist, dass von einer Bankenrettung in Zypern mal wieder am meisten deutsche Banken profitieren würden. So ganz uneigennützig ist das also nicht, was Schäuble da spielt.

Zyruder

Das Geruder rund um Zypern geht weiter: Die Euro-PFeifen erlauben in einem Anfallvon Großzügigkeit, dass doch nicht alle Kontobesitzer geschröpft werden können. So richtig viel Vertrauen schafft das aber auch nicht mehr.

Zweipern

Der Versuch, allen, die Geld auf zyprischen Konten hatten, etwas davon wegzunehmen ist offenbar aufgeflogen, und jetzt rudert die dortige Regierung. Es ist immer noch nicht klar, wer eigentlich auf die Idee gekommen ist, allen etwas wezunehmen, die warum auch immer am Wochenende Geld aufeinem dortigen Konto hatten, aber es sieht nicht so aus, als würden die Zyprer das widerstandslos hinnehmen. So bleibt dann noch die Frage, was dieser Angriff auf Privatvermögen sollte. Logisch fällt mir da jedenfalls nichts ein.

Zyprettung

Am Samstag haben irgend welche Politiker beschlossen, mal wieder Banken mit Geld zu bewerfen. Diesmal dient aber nicht Griechenland als Begründung, sondern Zypern. Die dortigen Banken haben sich gerade durch Griechenland in eine Krise manövriert, und stehen jetzt kurz vor der Pleite. So weit, so bekannt. Was in Zypern aber neu ist: Die Bankenrettung wird nicht (nur) aus irgend welchen staatlichen Rettungsmilliarden finanziert, sondern dieses Mal sollen Anleger auch bezahlen. Konkret sollen alle Vermögen über 100.000 Euro 9,9 Prozent an die Bankenrettung abdrücken, aber auch Vermögen unter der Grenze werden geschröpft, dann aber mit dem Satz von 6,75 Prozent. Oder etwas anders formuliert: In Zypern sind die Einlagen nicht sicher. 

Mit der Aussage war ja Merkel zu Beginn der Krise (die übrigens immer noch anhält) vor die Presse getreten und hatte einen Bank-Run verhindert. Nachdem die übliche Einlagensicherung auch nur die ersten 100.000 Euro absichert (und im Fall eines größeren Zusammenbruchs von Banken trotzdem nichts hilft) liegen die Summen also überall au0er in Zypern in Sicherheit. Nach der Ankündigung, dass sich zur Bankenrettung das Geld aller Anleger und Sparer verflüchtigt, ist auch passiertz, womit zu rechnen war: Bei allen Banken, die dann noch geöffnet waren haben Menschen versucht ihr Geld abzuheben und irgendwo zu schützen. Und abgesehen von den konreten Schäden, die dadurch in Zypern entstanden sind, ist eine Menge Vertrauen zerstört. Wer soll denn noch glauben, dass der Staat sich nicht bei nächster Gelegenheit an allen Konten bedient? Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, alle Sparer heranzuziehen, um mit deren Geld die Fehler von Bankstern auszugleichen, hat sich keinen großen Gefallen getan.

Planuntererfüllung

Wie ungehörlich: Griechenland hatte gestern doch noch nicht den Plan erfüllt, da fehlten noch Spekulanten-Subventionen. Und zur Strafe musste das Land weiter relativ wertlose Anleihen mit gutem Geld kaufen. In der dumpfen Hoffnung, dass die Krise irgendwann wieder endet. Dummerweise wird die Krise immer schlimmer. Dank dem Spar-Scheiß.

Spekulanten subventioniert

Griechenland sollte ja für die 'Rettung' Spekulanten mit Geld bewerfen, und das war angeblich nun erfolgreich. Bis auf den kleinen Haken, dass das Land dadurch nicht weniger pleite geworden ist, aber mit solchen Details geben sich die Troikisten ja nicht ab.

Spekulantensubvention

In Griechenland hat die nächste Runde Bankensubvention damit angefangen, dass Anleihen gekauft werden. Allerdings eben nicht zu dem Preis, den die jetzigen Besitzer der Ansprüche bezahlt haben. Letztlich zahlt das Land also wieder drauf. Und dann schreibt Mark Schieritz beim Herdentrieb mal auf, warum "wir" immer noch nicht für Griechenland zahlen,

Bankenrettung Griechnam Style

Den Montag Abend/Nacht haben die Finanzminister damit verbracht, sich Details auszudenken, wie sie Banken mit Geld bewefen können per Griechenland ohne dem Land eine Chance zu geben, jemals aus der Pleite zu entkommen, und die Details sind erwartbar dünn geworden. Das sieht alles heftig nach einer Wiederholung der Situation kurz vor der ersten NRW-Wahl aus, wo Merkel erst lautstark rumtönt, dass es NIE Geld gäbe, womit die Spekulanten dann Zeit genug hatten, die Bankenrettung weiter zu verteuern. Und als Merkel dann zugeben musste, dass das Nie eingetreten wäre, hat es völlig überraschend Geld gekostet. Okay, zu dem Zeitpunkt nur Spielgeld, aber das könnte sich demnächst ändern. Zusammen mit der Rezession in Euronien sieht das alles nicht nach einem Weg aus der Krise aus.
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